Nr. 20/2016 vom 19.05.2016

Ruanda

Zwei Jahrzehnte nach dem Genozid in Ruanda gilt das Land als Musterbeispiel für Versöhnung und wird für die hohe Beteiligung der Frauen in Politik und öffentlichem Leben bewundert. Die Frauenrechts- und Konfliktexpertin Justine Mbabazi hat entscheidend zu dieser Entwicklung beigetragen. In einer Veranstaltungswoche von PeaceWomen Across the Globe berichtet sie ab 23. Mai 2016 in Bern, Zürich, Genf (hier Anmeldung notwendig: www.unog.ch/library) und Basel von ihrer Arbeit.

www.1000peacewomen.org

Tschernobyl

Die nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl in die Schweiz emigrierte Pianistin Alena Cherny aus der Ukraine gibt zusammen mit zwei Japanerinnen aus der Nähe von Fukushima ein Benefizkonzert (Tschaikowsky). Cherny wurde im Film «Appassionata» porträtiert, aus dem ein etwa fünfminütiger Ausschnitt gezeigt wird. Danach wird das Buch «30 Jahre leben mit Tschernobyl» von Alexander Tamkowitsch vorgestellt. Eine Regisseurin und ein Kameramann, die in der Schweiz zwei Erholungsaufenthalte von Kindern aus der belasteten Region dokumentieren möchten, und Irina Gruschewaja, damalige Mitbegründerin der Initiative «Den Kindern von Tschernobyl», sind mit dabei.

Glattbrugg Reformierte Kirche, Oberhauserstrasse 71, Fr, 20. Mai 2016, 20 Uhr.

Pfungen Pfarrsaal, Hinterdorfstrasse 8, Sa, 28. Mai 2016, 10 Uhr.

Recycling

Der Verein Offcut betreibt Abfallvermeidung, indem er Überschussmaterial von Betrieben und Privathaushalten wie beispielsweise Karton, Metall oder Textilien vor der Entsorgung rettet. Der Materialmarkt sammelt, lagert und verkauft diese und macht sie für Kultur- und Kreativschaffende wieder nutzbar. Regelmässig werden Veranstaltungen für Erwachsene und neuerdings auch Workshops für Kinder angeboten. Als Nächstes gibts einen Abend mit einem Referat der Bühnenbildnerin Martina Ehleiter.

Münchenstein Venedig-Strasse 30, Do, 26. Mai 2016, 19 Uhr. www.offcut.ch

Olla común

Olla común erinnert an eine Tradition in lateinamerikanischen Ländern: Um wenigstens eine warme Mahlzeit pro Tag essen zu können, tragen BewohnerInnen aus den Elendsquartieren zusammen, was sie an Lebensmitteln auftreiben können. Die Basler Olla común bieten nebst kulinarischem Genuss die Möglichkeit, mit bekannten und unbekannten Menschen ins Gespräch zu kommen und soziale Projekte in der Heimat der MigrantInnen zu unterstützen. Beim nächsten, von togolesischen MigrantInnen gekochten (Gratis-)Essen werden Spenden für ein Gesundheitszentrum in Yéviépé gesammelt (ein Projekt der African World Organisation).

Basel Soup & Chill, Solothurnerstrasse 8, Sa, 21. Mai 2016, 12 bis ca. 15 Uhr.

Konsum

Beim Luzerner Altstadtrundgang «FAIRführung» geht es um faires Shoppen. Unerhörte Geschichten erzählen vom Sand in der Jeans, vom Blut im Handy und vom Regenwald in der Seife.

Luzern Treffpunkt beim Fritschibrunnen, Kapellplatz, Di, 24. Mai 2016, 18.30 Uhr; Sa, 4. Juni 2016, 16.30 Uhr; Mi, 8. Juni 2016, 18.30 Uhr. Kosten: 10/15 Franken. Gruppen ab fünf Personen bitte anmelden: bildung@romerohaus.ch.

Wirtschaft

Die Wachstumsparty ist vorbei. Folglich sind die Möglichkeiten einer Postwachstumsökonomie auszuloten. Ein prägnanter Rückbau geldbasierter Versorgungssysteme ist notwendig. Suffizienz, moderne Subsistenz und kürzere Versorgungsketten werden dann wichtige Optionen sein. Dies sagt Umweltökonom Niko Paech, der zur Postwachstumsökonomie referieren wird.

Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, Fr, 20. Mai 2016, 19.30 Uhr.

Heiner Flassbeck (ehemaliger Chefökonom der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung, vgl. «Flassbeck: ‹Löhne rauf!›»), Mathias Binswanger (Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz), die SP-NationalrätInnen Susanne Leutenegger Oberholzer und Cédric Wermuth diskutieren, welches Wirtschaftsmodell zukunftstauglich sein könnte.

Bern Progr, Waisenhausplatz 30, Fr, 20. Mai 2016, 19 Uhr. Anschliessend Apéro.

Gesundheitspolitik

Im Regionalspital in Zweisimmen wurde als Sparmassnahme die Abteilung für Geburtshilfe geschlossen. Dank Unterstützung durch die lokale Bevölkerung und medizinische Fachleute konnte die Genossenschaft Geburtshaus Maternité Alpine gegründet werden. Nun wird die Umsetzung des Projekts durch Regulierungen des Kantons erschwert. Die Hebamme Marianne Haueter, die Ärztin Theres Blöchlinger und die Gewerkschafterin Therese Wüthrich diskutieren über Strategien zugunsten des Projekts.

Bern Käfigturm, Marktgasse 67, Di, 24. Mai 2016, 19.15 Uhr.

Migration

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Doch Europa schottet sich zunehmend ab. Die Folgen der restriktiven Zuwanderungspolitik treffen Frauen, die häufig allein oder mit ihren Kindern auf der Flucht sind, besonders hart. Deshalb führt der Verein Frauenstadtrundgang den Benefizrundgang «Die Schweiz und die jüdischen Flüchtlinge 1933–45» durch. Die Einnahmen gehen an die Fachstelle für Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ).

Zürich ab Sigi-Feigel-Terrasse, Sa, 21. Mai 2016, 16.15 Uhr. Kosten: 15/20 Franken.

Der Konstanzer Verein Save Me hat zum Zweck, Flüchtlinge zu begleiten und zu integrieren. Am Samstag gibt es für HelferInnen, FreundInnen und Flüchtlinge Fussball- und Beachvolleyballturniere und andere Aktivitäten. Anschliessend Grillpicknick (Essen gratis, Getränke günstig).

Konstanz Schänzle-Sportplatz, Sa, 21. Mai 2016, ab 14 Uhr. Anmeldung fürs Picknick: www.save-me-konstanz.de.

Occupy Basel lädt ein zum Filmabend «Warum Menschen flüchten».

Basel LoLa Quartierzentrum, St. Johann, So, 22. Mai 2016, 18.30 Uhr, anschliessend Nachtessen.

Agrarkonzerne

Auch dieses Jahr findet eine Demo gegen die Agromultis Monsanto und Syngenta statt. Im Vorprogramm gibt es unter anderem eine Saatguttauschbörse, Musik und Als-Biene-Verkleiden sowie verschiedene Reden, unter anderem von WOZ-Autorin Florianne Koechlin.

Basel ab Barfüsserplatz, Sa, 21. Mai 2016. Programm 13.30–14.30 Uhr, anschliessend Demo durch die Innenstadt zum Hauptsitz von Syngenta, ab 17 Uhr Essen im Gemeinschaftsgarten Landhof. www.marchagainstsyngenta.ch

Schwule und Lesben

2017 feiert das Filmfestival Pink Apple sein zwanzigjähriges Bestehen. Die Wartezeit bis dahin verkürzt eine Jubiläumsreihe im Kino Xenix in Zürich, wo jeweils am letzten Donnerstag im Monat Filme zur schwullesbischen Filmgeschichte gezeigt werden.

Zürich Kino Xenix, Kanzleistrasse 56, ab 26. Mai 2016. www.xenix.ch

Tschetschenien

Tschetschenien wurde in den neunziger und in den nuller Jahren Opfer zweier Kriege. Mutige Personen dokumentierten unter Lebensgefahr Kriegsverbrechen, die Videos wurden später ausser Landes geschmuggelt. Das Archiv wird nun vorgestellt. Es sprechen die tschetschenische Menschenrechtlerin Zaynap Gashaeva, Altnationalrätin Ruth-Gaby Vermot, die Videoarchivarin Zsuzsanna Zadori und Christoph Wiedmer (Gesellschaft für bedrohte Völker).

Bern Käfigturm, Marktgasse 67, Mo, 23. Mai 2016, 19 Uhr.

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