Nr. 23/2016 vom 09.06.2016

Handyfilme aus Syrien

Bei den arabischen Protesten spielten Handykameras eine wichtige Rolle. Heimlich gemachte Filme wurden auf Youtube gestellt, und so gelangten Bilder jenseits der offiziellen Berichterstattungen an die Öffentlichkeit. Auch in Syrien werden Smartphones genutzt, um die Situation vor Ort filmisch zu dokumentieren – oft unter Lebensgefahr. 2014 fand dort das erste «Syria Mobile Film Festival» statt. Seither ist es durch Europa und die USA getourt und kommt nun auch nach Zürich. Zu sehen sind Handyfilme, die syrische Flüchtlinge unterwegs mit ihren Mobiltelefonen aufgenommen haben.

«Syria Mobile Film Festival» in: Zürich Rote Fabrik, Do, 9. Juni 2016, 19.30 Uhr. www.rotefabrik.ch

Silvia Süess

An Bord der «Skyluck»

Der Name des Frachters klang wie eine Verheissung, aber statt einer Fahrt ins Glück wurde es für viele ein Himmelfahrtskommando: «Skyluck» hiess das Schiff, das 1979 mit über 3000 chinesischen und vietnamesischen Flüchtlingen monatelang durchs Südchinesische Meer irrte, weil kein Land die Menschenfracht aufnehmen wollte. Immer mehr starben, die Leichen wurden in Papier eingewickelt und über Bord geworfen. So erinnert sich die Schweizerin Huong Do, die bei dieser Odyssee des Grauens mit an Bord war, als Mädchen von elf Jahren. Das Theaterstück «Skyluck» in der Regie von Mirjam Neidhart erzählt ihre Geschichte. Auf der Bühne: Beren Tuna, die für ihre Rolle in «Köpek» jüngst mit dem Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Und Huong Do, die sich als Zeugin einmischt, das Geschilderte kommentiert und präzisiert. Das Publikum hat festen Boden unter den Füssen, aber nicht immer: Die Hälfte der Vorstellungen werden während einer Rundfahrt auf einem Zürichseeschiff gespielt.

«Skyluck» in: Zürich Helferei, Sa/So, 11./12./18./19. Juni 2016, 19.30 Uhr; MS «Etzel» (Bürkliplatz, Schiffsrundfahrt), Do/Fr, 16./17. Juni 2016, 20 Uhr. Weitere Spieldaten ab 23. Juni 2016 siehe www.1visible.net.

Florian Keller

Eurotopisches Theater

Wenn der neue Gotthardtunnel, so Johann Schneider-Ammann, zu kurz ist, um die Probleme Europas zu besprechen, dann sollte ein Theaterabend dafür eigentlich locker ausreichen. Die Gruppe Peng! Palast fragt sich in ihrer Revue «Bye Bye Babel», ob Europa überhaupt noch zu retten sei. Bauen wir die Festung zurück, wie wärs stattdessen mit einem neuen Luftschloss? Wer selber an der Zukunft mitdenken will, kann das jeweils vor dem Stück tun, im interaktiven Spiel «Eurotopia!», in dem die Theaterleute zusammen mit dem Publikum an neuen Ideen für Europa forschen.

«Bye Bye Babel» in: Bern Schlachthaus, Do/Sa, 9./11. Juni 2016, 20.30 Uhr. Jeweils um 18 Uhr: «Eurotopia!», interaktives Spiel mit dem Publikum (kostenlos).

Florian Keller

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