Nr. 32/2016 vom 11.08.2016

Brot und Doping

Von Cathrin Caprez

Ja, nein, jein: Das Hin und Her um die russische Olympiadelegation war ja nicht auszuhalten. Trotz der Beweise für ein staatliches Dopingsystem fechten, kunstturnen und (hand)ballern zwei Drittel der russischen AthletInnen in Rio mit. Klare Worte findet da nur der Präsident des Paralympischen Komitees: Das russische Antidopingsystem sei korrupt und Russlands Delegation von den Paralympics werde daher ausgeschlossen. Hat dieser Mann nun Rückgrat – oder fallen Sanktionen gegen TeilnehmerInnen der weniger prestigeträchtigen Paralympics einfach leichter?

So oder so: Als wären es nur die russischen SportlerInnen! Die brasilianischen SpitzenathletInnen wurden im Monat vor den Olympischen Spielen gar nicht mehr getestet. Was die wohl während dieser Zeit gemacht haben? Vielleicht «Pokémon Go» gespielt? Schon das wäre verdächtig. Bereits gibt es erste fanatische «Pokémon»-SpielerInnen, die wegen «analogen» (Alkohol, Marihuana et cetera) oder E-Dopings (Manipulationen am Smartphone) verhaftet oder im Spiel gesperrt wurden.

Wer sich aber fast schon einen Olympiaausschluss wünscht, sind die SeglerInnen: Sie werden in einer kloakeähnlichen Bucht eher um ihre Gesundheit als um Medaillen kämpfen: Durchfall, Infektionen oder gar Gelbsucht drohen ihnen bei einem Sturz ins Wasser. Das fällt dann wortwörtlich in die Kategorie «schmutziger Sport».

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