Nr. 34/2016 vom 25.08.2016

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Gegessene

«Weshalb sind Sie keine Veganerin?» – «Ich geniesse alles, was uns die Natur gibt. Zudem liebe ich Wurstwaren und Käse.» – «Haben Sie schon einmal gedacht, dass Sie sterben, und was ist Ihnen dabei eingefallen?» – «Ja, ich dachte an meinen Hund, den Cockerspaniel Sushi. Was mit ihm wohl passieren würde.» So weit Fragen und Antworten Nummer 11 und 12 des «Tages-Anzeiger»-Interviews mit der Modeschöpferin Christa de Carouge. Der Gedanke an Sushi wäre nicht zwingend unser erster oder letzter. Aber wenn man die beiden Themen in einen tieferen Zusammenhang bringt, leuchtet er schon ein.
Jürg Fischer

Kommunardische

Die «NZZ am Sonntag» berichtete: «Der Chef des Zürcher Hauseigentümerverbandes verschickte dieser Tage auf breiter Front ein Werbeschreiben mit der Bitte, als stolzer Eigenheimbesitzer solle man doch seinem Verband beitreten. Allerdings sandte er das Schreiben auch an viele Mieter in Genossenschaften, die eher Hausbesetzer denn Hausbesitzer sind.» Beim erwähnten Chef handelt es sich um den SVP-Mann Gregor Rutz. Wer hier aber in erster Linie eine Fehlleistung begangen hat, ist die Zeitung. Die Wohngenossenschaften sind sicher gerne bereit, bezüglich der Besitzverhältnisse Nachhilfeunterricht zu erteilen. Doch wenn dem Journalisten danach die Augen aufgehen und er die Wohnform attraktiv findet, sei er gewarnt: Die Wartelisten sind lang.
Jürg Fischer

Gezüchtigte

In der «SonntagsZeitung» äusserte sich der SP-Präsident Christian Levrat wie folgt: «Die Burka ist ein mobiles Gefängnis und darf deshalb in der Schweiz nie Fuss fassen.» Obwohl die Burka unserer bescheidenen Ansicht nach nicht das einzige störende Kleidungsstück ist, fänden wir dies tatsächlich auch zum Davonlaufen.
Jürg Fischer

Gefällige

«In der Seidenhofstrasse steht eine Reihe von Bäumen. Im Zuge des geplanten Umbaus der Bahnhofstrasse müssen sie bald vielleicht gefällt werden. Die Anwohner wehren sich dagegen, der endgültige Beschluss für das Konzept muss seitens der Stadt noch gefällt werden.» Dies formulierte der Gratisanzeiger «Luzerner Rundschau». In der Stadt herrscht offenbar ein grosses Gefälle.
Jürg Fischer

Fehlende

Das stabile Hoch über der Schweiz dürfte erneut die «schwitzende Brust» reaktivieren, eine Problemzone des weiblichen Körpers, derer sich im «Tages-Anzeiger» schon vor den Sommerferien die Expertin annahm: «Ein unparfümierter Körper oder Babypuder können die Haut trocken halten», ein Hinweis, den wir mit Vorsicht genossen. Als uns jetzt auch noch Leserin M. die Inhaltsangabe «Haare & Körpershampoo» auf einem Duschpflegeprodukt zuspielte, dämmerte uns: Ohne Bindestriche dürfte die Welt eine sehr eklige werden.
Karin Hoffsten

Schlafwandlerische

Dass Nestlé seine Halbjahreszahlen veröffentlicht habe, wurde auf der «SRF News»-App am Morgen um 5.55 Uhr mit dem Titel angekündigt: «Wider gesündere, lokalere Nahrung: Nestlé auf Suche nach Erfolg». Um 7.45 Uhr hatte die zuständige Journalistin dann offenbar genügend Kaffee intus, um zu realisieren, dass der Grosskonzern eine so offenherzige Beurteilung seiner Geschäftspolitik nicht goutieren würde. Also uns hats gefallen!
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch