Nr. 42/2016 vom 20.10.2016

Von Silvia Süess

Vom Admiral zum Wolf

Vor zwei Jahren verabschiedete sich der Musiker und Sänger Admiral James T. von den Bühnen. Es hiess, sein Erfinder, David Langhard, wolle ihn pausieren lassen und nach Amerika gehen. Er blieb dann aber in Winterthur, und ein Jahr später kam er mit neuem Namen, mit einer Band und einer neuen Platte zurück: Howlong Wolf. Nun tourt die Band mit ihrer zweiten, grossartigen Platte «Owl» durch die Schweizer Städte.

Howlong Wolf in: Schaffhausen Cardinal, Fr, 21. Oktober 2016, 22 Uhr; Basel Terrorsamba, Sa, 22. Oktober 2016, 20 Uhr; Bern Café Kairo, Do, 27. Oktober 2016, 21.30 Uhr; Aarau Barracuda, Fr, 28. Oktober 2016, 21 Uhr. Weitere Auftritte: www.howlongwolf.com.

Eine Wohnung, bitte

Vielleicht kennen Sie das auch: Sie möchten eine Wohnung besichtigen gehen, aber die Schlange der Wartenden ist so lange, dass Sie gar nicht mehr reinkommen. Oder die Bewerbungsformulare sind bereits ausgegangen, als Sie endlich in der Wohnung sind. Vor allem in den Städten sind leere und noch bezahlbare Wohnungen ein immer knapper werdendes Gut. Wie wird das im Jahr 2026 sein?

Das Theater-a-cappella-Ensemble Kraft & Schabernack setzt sich in seinem neuen Stück «Qwiss – Dein Weg aus der Wohnungsnot» humorvoll mit dieser Frage auseinander. Der einzige Weg, der dann noch zu einer Wohnung führt, ist eine Quizshow. Ein abgelegenes Bergdorf hat einen grossen Tower gebaut, nun können sich die KandidatInnen in der Show um eine Wohnung bemühen. Die drei FinalistInnen geben alles – doch gewinnen kann nur eineR. Wie weit werden sie gehen?

«Qwiss – Dein Weg aus der Wohnungsnot» in: Zürich Theater Keller 62, Di–Do, 25.–27. Oktober 2016, jeweils 20 Uhr; Lichtensteig Chössi Theater, Fr, 28. Oktober 2016, 20.15 Uhr. Weitere Vorführungen: www.kraftundschabernack.ch.

Tanzen zu Bob Dylan

Mit weissen Shorts, weissem T-Shirt und einer Schwimmbrille über den Augen erobern die kapverdische Tänzerin Marlene Monteiro Freitas und ihr Partner Andreas Merk die Bühne. Auch das Pferd auf der Bühne ist weiss. Farbtupfer sind einzig das grüne und das rote Haarband der beiden sowie die einfarbigen Badetücher. Wie Marionetten bewegen sich die beiden TänzerInnen im Stück «Jaguar» zur Musik von David Bowie, Arnold Schönberg und Igor Strawinsky. Freitas, die letztes Jahr eines der Highlights am Festival «Tanz in Bern» war, ist auch dieses Jahr mit ihrem neuen Stück zu Gast in Bern.

Neun Produktionen sind am Festival insgesamt zu sehen, darunter «Host» der philippinischen Tänzerin Eisa Jocson, der dritte Teil einer Trilogie, die sich mit erotischem Tanz und Stereotypen der asiatischen Unterhaltungsindustrie beschäftigt. Zu den Worten des frisch gekürten Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan tanzt die belgische Tänzerin Lisbeth Gruwez und lässt das Publikum die Poesie von Dylans Texten sinnlich erleben.

«Tanz in Bern» in: Bern Dampfzentrale, Do, 20. Oktober 2016, bis Sa, 5. November 2016. www.dampfzentrale.ch

Blauäugig durch die Welt

«Damit Rassismus funktioniert, reicht es für die braven Leute aus, nichts zu tun.» So lautet ein Zitat der Antirassismusexpertin Jane Elliot. In den siebziger Jahren machte sie Workshops, in denen sie die Teilnehmenden in eine Gruppe von Privilegierten, «die Braunäugigen», und Unprivilegierten, «die Blauäugigen», aufteilte. In diesen Workshops bekamen «die Blauäugigen» zu spüren, was es heisst, diskriminierend behandelt zu werden.

Inspiriert von Elliot erschafft die Gruppe Thom Truong eine utopische Arbeitswelt, in der die Menschen ebenfalls aufgrund ihrer Augenfarbe diskriminiert werden. In ihrem performativen Experiment wollen Ntando Cele, Reezy Reez und Pema Shitsetsang dem Publikum ermöglichen, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

«Enjoy Racism» in: Zürich Rote Fabrik, Di, 25. Oktober 2016, Do–Sa, 27.–29. Oktober 2016, und Mo, 31. Oktober 2016, jeweils 20 Uhr. www.rotefabrik.ch

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