Nr. 43/2016 vom 27.10.2016

Der ideale Botschafter

Von Karin Hoffsten

Eine Marke gleiche einer Persönlichkeit, sagt Werber Frank Bodin, sie habe einen Namen, ein Aussehen, einen Stil, einen Charakter und eine innere Überzeugung. Deshalb werden in der Werbung gern bekannte Personen eingesetzt, die das Markenprofil zu verkörpern scheinen.

Unser aller Lieblingsmarkenbotschafter trinkt vielleicht im wirklichen Leben lieber Hagebuttentee als Espresso, aber die Botschaft funktioniert, und die Verkaufszahlen von Kaffeekapseln steigen. Und als fleischgewordene Zuverlässigkeit fährt Bernhard Russi – zumindest im Werbefernsehen – seit vierzig Jahren eine Automarke, die Ihnen jetzt spontan einfallen sollte; andernfalls hat die Firma Pech gehabt.

Dass ein Markenbotschafter auch zum Risiko werden kann, wie Bodin sagt, erfuhr jetzt der Autohersteller VW, der seinen Pick-up Amarok, «ein intelligentes Kraftpaket», in der Schweiz vom «Büezer» Gölä vertreten lässt; und der machte im «SonntagsBlick» aus seinem rechtsradikalen Herzen keine Mördergrube. VW distanzierte sich zwar von den Bekenntnissen und bestellte des Sängers Management ein, aber Botschafter bleibt er.

Dafür hat VW auch gute Gründe: Bezüglich Abgasemissionen ist der Botschafter seiner Marke in jeder Hinsicht ebenbürtig; und unter Fans soll der Pick-up Amarok schon heute nur noch kurz und liebevoll «Amok» heissen.

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