Nr. 45/2016 vom 10.11.2016

Sozialhilfe

Der Druck auf Menschen, die Sozialleistungen beziehen, nimmt stetig zu. Sowohl bei der Sozialhilfe als auch bei der IV und der Arbeitslosenversicherung sowie im Bereich Migration werden Leistungen gesenkt, Sanktionen verschärft. Ein unabhängiges Sozialobservatorium wäre eine Anlaufstelle für Betroffene und hätte auch die Aufgabe, Veränderungen im Sozialbereich zu dokumentieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. An einer Tagung wird die Idee vorgestellt. Mit: Christoph Brutschin (Regierungsrat SP), Peter Streckeisen (Soziologe), Christoph Ditzler (Liste 13 gegen Armut und Ausgrenzung) und Michel Steiner (Gassenarbeiter).

Basel Seminar für Soziologie, Petersgraben 27, 2. Stock, grosser Saal (hinter den Ständen der Herbstmesse durchgehen), Sa, 12. November 2016, 13.30–17 Uhr.

Konzernverantwortung

Grosse Teile des Welthandels mit verschiedensten Ressourcen laufen über Firmen mit Sitz in Zug oder Genf. Sie arbeiten intransparent, zahlen kaum Steuern und übernehmen nur selten Verantwortung für verursachte Umweltschäden. Zum Abschluss der kleinen Public-Eye-Filmreihe zur Konzernverantwortungsinitiative wird «Trading Paradise» als Vorpremiere gezeigt. Der Film von Daniel Schweizer zeigt, wie MitarbeiterInnen von Nichtregierungsorganisationen sich für eine Verbesserung der Transparenz und der Haftung der Rohstoffgiganten einsetzen.

Bern Kino Rex, Schwanengasse 9, Do, 17. November 2016, 18.15 Uhr.

Hirscheneck

Die Basler Kollektivbeiz Hirscheneck steckt in einer finanziellen Krise. Um die unverzichtbare Institution zu retten, gibt es eine Soliparty mit Crazy Detlef, George & The Cube und Teilchenbeschleuniger.

Basel Restaurant Hirscheneck, Lindenberg 23, Sa, 12. November 2016, ab 22 Uhr.

Migration

Als Folge der Ausschaffungsinitiative der SVP sind seit dem 1. Oktober die neuen Gesetzesbestimmungen mit Anpassungen im Ausländer- und Asylgesetz in Kraft. Alexandra Büchler und Barbara von Rütte vom Institut für öffentliches Recht der Uni Bern zeigen die Folgen dieser neuen Bestimmungen und die zahlreichen offenen Fragen zur Umsetzung auf.

Bern Reitschule, Grosse Halle, Neubrückstrasse 8, Do, 17. November 2016, 18.30 Uhr. Warme Kleidung empfohlen.

Palästina / Israel

Die Mitglieder der Combatants for Peace waren früher als israelische SoldatInnen oder palästinensische Befreiungskämpfer verfeindet. 2005 fanden erste Treffen zwischen Israelis und PalästinenserInnen statt, und heute setzen sich die Combatants als binationale Bewegung für ein Ende der Gewalt und der israelischen Besatzung in den palästinensischen Gebieten ein. Der Palästinenser Osama Ilivat und die Israelin Michal Hochberg berichten von ihrer Arbeit. Anschliessend wird der Dokumentarfilm «Within the Eye of the Storm» (2012) gezeigt, mit Bassam Aramin, Mitgründer der Combatants.

Zürich Kulturhaus Helferei, Kirchgasse 13, Sa, 12. November 2016, 19 Uhr.

Lateinamerika

Die Mordrate in Guatemala ist heute in «Zeiten des Friedens» mindestens genauso hoch wie zuvor während des Bürgerkriegs, der bis 1996 andauerte. In Mexiko führt der im Jahr 2006 unter Präsident Felipe Calderón begonnene Drogenkrieg bis heute jährlich zu Tausenden von Toten und Verschwundenen. Welche Akteure und Interessen stecken dahinter? Nach einem Referat des Historikers Christian Büschges (Professor für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte an der Uni Bern) zum geschichtlichen Hintergrund politischer Gewalt in Lateinamerika berichten die MenschenrechtsaktivistInnen Omar Jerónimo aus Guatemala und Cristina Auerbach aus Mexiko darüber, wie sie und ihre Organisationen von dieser Gewalt betroffen sind.

Bern Unitobler, Saal F013, Do, 17. November 2016, 18 Uhr. Anlass in Deutsch und Spanisch mit Flüsterübersetzung.

Kriegsmaterial

Die GSoA lanciert im Frühling die Volksinitiative «Für ein Verbot von Schweizer Kriegsgeschäften» und lädt ein zu einem Infoanlass.

Zürich Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Do, 17. November 2016, 19 Uhr.

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