Politour :

Nr.  8 –

Kolumbien

Das Kino Reitschule zeigt im Rahmen der Reihe «Kolumbien – zwischen magischem Realismus und harter Realität» den Dokfilm «Algún día es mañana» (2014) von Ricardo Torres. Nachdem die Leute von Las Pavas mehrere Male gewaltsam von ihrem Land verjagt wurden, beschliessen sie, an den Ort zurückzukehren, aus dem sie vertrieben wurden. Unter ständigen Angriffen bauen sie wieder Nahrungsmittel an, um die Ausbreitung der Ölpalmenmonokulturen zu bremsen. Musik ist das wichtigste Werkzeug ihres Widerstands, und sie begleitet diese Geschichte, die ebenso tragisch und hoffnungsvoll ist wie die Geschichte Kolumbiens der jüngsten Zeit.

Bern Kino Reitschule, Fr, 24. Februar 2017, 21 Uhr.

Neonazis

Unter dem Titel «Neonazistische Morde und faschistische Netzwerke von Chur bis Chemnitz. Der NSU und die Schweiz» findet eine Diskussionsveranstaltung zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und zu seinen Verbindungen in die Schweiz von 1989 bis 2017 statt. Als Referentin ist Katharina König eingeladen, eine Kennerin der politischen Landschaft in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt und Mitglied zweier NSU-Untersuchungsausschüsse. Ausgehend von den gesellschaftlichen Verhältnissen zu Beginn der neunziger Jahre in der BRD wird König zunächst über neofaschistische Netzwerke und die Entstehung des NSU sowie über sein Auffliegen im Jahr 2011 und den seit 2013 stattfindenden NSU-Prozess berichten. Im zweiten Teil der Veranstaltung geht es um die Spuren der Schweizer Szene über die nationalen Grenzen hinweg bis nach Thüringen. Ebenso soll die Frage nach dem Umgang der Schweizer Öffentlichkeit mit den Informationen zur Schweizer Neonaziszene diskutiert werden.

Zürich Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Do, 2. März 2017, 19 Uhr.

Palästina

Was bedeutet es für die palästinensische Bevölkerung von Hebron im Süden der seit fünfzig Jahren besetzten Westbank, dass 850 militante jüdische SiedlerInnen mitten in ihre Altstadt gezogen sind und von israelischen SoldatInnen beschützt werden? Darüber berichtet Murad Amro von Youth Against Settlements in Hebron.

Zürich Café Palestine im Quartierzentrum Aussersihl/Bäckeranlage, Hohlstrasse 67, So, 26. Februar 2017, palästinensisches Essen ab 17 Uhr, Vortrag (auf Englisch) um 18 Uhr.

Autonome Schule

Kritiker von Recep Tayyip Erdogans Politik müssen in der Türkei mit Repressionen aller Art rechnen. Das gilt auch für Fussballvereine und deren Anhänger. Die Autonome Schule Zürich zeigt dazu zwei Filme im Beisein der RegisseurInnen. «Tribünlerin Sesi» dokumentiert die Situation des Vereins Amedspor aus Diyarbakir und seiner Fans. Als Amedspor mit der Botschaft «Cocuklar ölmesin, Maca Gelsin» (Die Kinder sollen nicht sterben, sie sollen zum Spiel gehen) auf dem Platz ein Zeichen gegen den Krieg setzt, antwortet der Verband mit Geld- und Platzstrafen wegen Terrorpropaganda. Der zweite Film, «Ayaktakimi», handelt von den Folgen der Gezi-Proteste, an denen sich viele Fans beteiligten. Zutritt ins Stadion erhält fortan nur, wer ein personalisiertes E-Ticket bei der Bank von Erdogans Schwiegersohn beantragt, während Fans von Besiktas Istanbul wegen «versuchten Umsturzes des Staats» vor Gericht stehen.

Zürich Autonome Schule Zürich, Sihlquai 125. «Tribünlerin Sesi»: Sa, 25. Februar 2017, 18.30 Uhr. «Ayaktakimi»: Sa, 4. März 2017, 18.30 Uhr.

Menschenrechte

Wir alle sind unterwegs, doch manche wissen nicht, wohin – das Theater mes:arts zeigt im Auftrag von Amnesty International szenische Schlaglichter auf Menschenrechtsthemen. Nachdenklich, unterhaltsam und abwechslungsreich beleuchtet «Niemandsland» verschiedenste Aspekte der Menschenrechte und lädt ins Haus von Amnesty International ein. Hier bewegen sich Männer, Frauen und Kinder zwischen Grenzen und Fronten, stehen vor Zäunen und kommen nicht weiter. Hier kann man alles verlieren, was einem lieb ist, und irrt einsam umher. Hier werden Akten angelegt, die Ungeheuerliches verbergen und darauf warten, gelesen zu werden.

Bern Amnesty International, Speichergasse 33, Di, 28. Februar, 19 Uhr. Anmeldung: Telefon 031 307 22 22 oder www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty/veranstaltungen/2017/theater-niemandsla…, wo auch die weiteren Spieldaten zu finden sind.