Nr. 18/2017 vom 04.05.2017

Erschütterndes Ereignis

«Monsanto-Tribunal: Schuldig, schuldig, schuldig, schuldig», WOZ Nr. 16/2017.

Über den sehr kurz gehaltenen negativen Bericht über das Ergebnis des Monsanto-Tribunals bin ich enttäuscht. Ich bin nach Den Haag gereist, um die Anhörung der Zeugen mitzuverfolgen. Ein erschütterndes Ereignis. Es wurden Anwälte angehört, die sorgfältig recherchiert hatten. Wissenschafter, welche ausführliche Studien vorlegten über die gesundheitlichen Folgen und ökologischen Katastrophen als Folge der Millionen Tonnen Glyphosat, die jährlich über die Erde versprüht werden. Wissenschafter, die aufgrund ihrer Studien, die diese Schäden belegten, diffamiert wurden. Politiker, die den Mut hatten, über Monsantos kriminelle Manipulationen von politischen Entscheidungsträgern zu informieren. Diese Fakten waren alle ausführlich belegt und wurden in der Zwischenzeit vorwiegend ehrenamtlich überprüft und aufgearbeitet! Ein Ziel des Tribunals war es, ein Rechtsgutachten über den Schaden an Umwelt und Gesundheit abzugeben, und nicht, einen Schuldspruch zu erlassen. Dieses soll dazu führen, dass das Verbrechen Ökozid in der internationalen Debatte in das internationale Strafrecht mit einbezogen wird. Gegen Monsanto gerichtlich vorzugehen, ist nämlich bis heute praktisch unmöglich. Für die anderen Vergehen von Monsanto soll des Weiteren eine sorgfältig dokumentierte gerichtliche Akte geschaffen werden, die in Gerichtsverfahren gegen Monsanto und ähnliche Chemiekonzerne verwendet werden kann.

Marianne Zollinger, per E-Mail

Nur Rasa hilft

«Schweiz–EU: Ein herzlicher Dank an die Auns», WOZ Nr. 15/2017.

Die WOZ bedankt sich für eine Initiative gegen die bilateralen Verträge? Ich war doch sehr erstaunt, diesen kurzen Kommentar zu den Plänen der Auns zu lesen. Denn immerhin würde die Auns mit der Lancierung einer solchen Initiative bewirken, dass weiterhin auf grosser Bühne Stimmung gegen die EU gemacht werden kann. Und auch wenn die Initiative dann an der Urne scheitert, würden wir hinsichtlich der Masseneinwanderungsinitiative davon nicht profitieren. Bis dahin ist die Rasa-Initiative schon lange Geschichte, da diese bereits im Parlament behandelt wird, die Unterschriften für die Auns-Initiative aber erst noch gesammelt werden müssten und diese dann ebenfalls zuerst das Parlament passieren muss. Jedes Szenario ausser dem Verzicht auf die Lancierung der geplanten Initiative wäre daher ein Sieg für die Auns und die EU-GegnerInnen. Und nur ein Ja zur Rasa-Initiative ist ein Sieg für uns.

Marco Fritschi, per E-Mail

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