Nr. 18/2017 vom 04.05.2017

Jihad Rap

Erstmals liest die Zürcher Autorin Yvonne Kunz in der Schweiz aus ihrem Buch «Jihad Rap» (erschienen 2016 im Mainzer Ventil-Verlag, siehe WOZ Nr. 5/2017). Ihre Kulturanalyse zeigt, dass New York und London keine gemütlichen «Melting Pots» mehr sind, sondern schnelle Brüter, an deren Rändern sich Traditionen, Glauben, Pop und Kommerz zu einem vielköpfigen «Bastard» vereinen. Anschliessend findet eine Podiumsdiskussion zu den Themen Jugend- und Subkultur statt mit der Autorin, Markus Klinker (Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich) und Burim Luzha (Forum junger Christen und Muslime). Später Party im Restaurant.

Zürich Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Fr, 5. Mai 2017, 19.30 Uhr.

Antisemitismus

Alle Formen des Antisemitismus existieren heute gleichzeitig: vom christlichen Antijudaismus über den rassistischen und den strukturellen, den Schuld abwehrenden bis zum neueren antizionistischen Antisemitismus. Auch die Stereotype haben die Jahrhunderte überlebt, manchmal in neuem Gewand: Jüdinnen und Juden als Christusmörder, als Fäden ziehende Weltherrscher, als Brunnenvergifter und Kindsmörderinnen, als wurzel- und heimatlose Intellektuelle und revolutionäre Kosmopolitinnen. Der Vortrag von Jutta Ditfurth, deutsche Soziologin und Autorin, bietet eine kritische historische Rückschau, benennt Verbindungen und Unterschiede. Ditfurth richtet den Blick auf gegenwärtige Kampagnen wie Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen (BDS) und deren vor allem linke Unterstützung. Im Anschluss an den Vortrag findet ein Publikumsgespräch statt.

Trägerin der Veranstaltung ist die «Initiative gegen Antisemitismus Zürich», ein heterogenes linkes Bündnis für radikale Kritik an jeglichen Formen gesellschaftlicher Diskriminierung und Ausgrenzung.

Zürich Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Do, 11. Mai 2017, 19.30 Uhr.

Desinvestition

Private und öffentliche Investitionen in fossile Brennstoffe stellen ein grosses Risiko für den Planeten dar. Öl-, Gas- und Kohlekonzerne sind wesentliche Akteure bei der Verhinderung eines umfassenden Klimaschutzes. Verschiedene Umweltorganisationen haben sich deshalb zu einem Bündnis zusammengeschlossen, das einen Weg zu einem Europa aufzeigt, in dem keine fossilen Brennstoffe mehr verbrannt werden. Der Ansatz der globalen «Divestment»-Bewegung besteht aus einem wesentlichen Element: das eigene Vermögen aus ökologisch fragwürdigen Aktien oder Fonds abziehen. Dazu gehört etwa auch eine Überprüfung der Anlagestrategie der eigenen Pensionskasse.

Auch in der Schweiz finden verschiedene Anlässe im Rahmen der internationalen Aktionswoche zum Klimaschutz statt: Agnes Dieckmann, Vertreterin der deutschen NGO «Urgewald», hält den Vortrag «Dirty Profits – Schmutzige Geschäfte der Banken». Im Anschluss diskutiert sie mit Katya Nikitenko (Greenpeace Schweiz), Ruedi Jörg (Actares) und Sebastian Büchler (GSoA).

Zürich Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Do, 4. Mai 2017, 19 Uhr.

Auf dem Programm des Sozial- und Umweltforums Ostschweiz (Sufo) steht ein Workshop mit Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz Schweiz, zum Thema der Desinvestition von fossiler Energie. Schwerpunkt werden die Einflussmöglichkeiten sein, die über die demokratischen Wahlrechte innerhalb der Pensionskassen bestehen.

St. Gallen GBS-Schulhaus, Kirchgasse 15, Sa, 6. Mai 2017, 10.30 Uhr.

An der Hochschule für Technik tritt Graeme Maxton, Generalsekretär des Club of Rome, auf. Der britische Ökonom hat verschiedene Bücher zur Wachstumskritik veröffentlicht. In seinem Vortrag nimmt er Bezug auf die «Grenzen des Wachstums», wie sie der Club of Rome 1972 formuliert hat, und zeigt ausserdem einige Ansätze auf, wie eine Verringerung globaler Ungleichheit bei gleichzeitigem Nullwachstum der Wirtschaft funktionieren kann. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Rapperswil Hochschule für Technik, Oberseestrasse 10, Raum 3.008, Mo, 8. Mai 2017, 17 Uhr.

Ausschaffungen

Ebenfalls am Sozial- und Umweltforum Ostschweiz wird über konkrete Formen des Widerstands gegen Ausschaffungen gesprochen.

St. Gallen GBS-Schulhaus, Kirchgasse 15, Sa, 6. Mai 2017, 14 Uhr.

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