Nr. 21/2017 vom 25.05.2017

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Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Mein masochistischer Hang zu TV-Diskussionen trieb mich letzte Woche vor den «Medienclub» auf SRF; Thema war das geplante Onlinemagazin «Republik», das ab 2018 Qualitätsjournalismus ohne Werbeeinnahmen bieten will.

Der Gesprächsrunde fehlte zwar ein entscheidendes Element – die Frau –, wodurch der verwirrende Eindruck entstand, unabdingbare Voraussetzung zur Erreichung medialer Kompetenz sei das männliche Geschlechtsteil. Aber ich habe gelernt, was Native Advertising ist: Von Firmen gesponserte Texte werden in einer von der Redaktion komplett getrennten Abteilung verfasst, unterscheiden sich jedoch grafisch kaum vom redaktionellen Teil des jeweiligen Mediums. Beim «Blick» heisst die Abteilung «Brand Studio».

Native Advertising sei der «Versuch, die Aversion des Publikums gegen Werbung zu umgehen», schrieb 2016 die NZZ – es gleicht einem feindlichen U-Boot. Laut einer Untersuchung der Stanford University erkennen achtzig Prozent vor allem jüngere LeserInnen den gesponserten «Content» nicht als Werbung, was die Herren Chefredaktoren von «Blick» und «BaZ» heftig bestritten.

In derselben Woche erschien übrigens im «Tages-Anzeiger» eine Doppelseite zum Thema Recycling (17. Mai 2017, Seite 8  f.), deren U-Boot-Charakter auch ich erst auf den dritten Blick erkannte. Offenbar bin ich jünger, als ich meine.

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