Nr. 22/2017 vom 01.06.2017

Von Silvia Süess

Elektronische Musikszene

Rhizom ist die dritte Landschaft: im Untergrund und unverdorben. So steht es im Manifest des neu gegründeten Clubfestivals, das alternative und experimentelle Clubkultur ins Zentrum stellt. Das von einem Kollektiv gegründete Festival positioniert sich dezidiert gegen die Verkommerzialisierung der Clubkultur und sieht sich als Treffpunkt der elektronischen Musikszene der Schweiz. Neben elektronischen Darbietungen unter anderen von Buvette oder Susie Star Modular aus der Schweiz oder The Acid Mercenaries aus Belgien gibt es Tanzperformances, Installationen, Lesungen und Diskussionen.

Rhizom in: Zürich Rote Fabrik, Sa, 3., bis Mo, 5. Juni 2017. www.rhizomfestival.ch

Auf ewig unverständlich

«Wir brauchen starke, gerade, genaue und auf ewig unverständliche Werke!» Dieser Satz stammt vom selbsternannten Dada-Chef Tristan Tzara. Das 2007 in Zürich gegründete Ensemble Tzara orientiert sich bei seinen Arbeiten ganz am Geist des französischen Schriftstellers jüdisch-rumänischer Herkunft. Unter der künstlerischen Leitung der Komponistin und Klangforscherin Cathy Van Eck stellt das Ensemble traditionelle Kunstformen infrage und entwickelt alternative Konzertformate. So auch in seinem Programm «Peculiar Transcriptions»: Hier werden Feldaufnahmen aus Kopenhagen, London und Brüssel musikalisch und in eine Choreografie mit LED-Lichtern umgesetzt – ganz im Sinn Tzaras: stark und auf ewig unverständlich.

Peculiar Transcriptions in: Basel Gare Du Nord, Di, 6. Juni 2017, 20 Uhr; Zürich Kunstraum Walcheturm, Fr, 9. Juni 2017, 20.30 Uhr; Biel Voirie, Sa, 10. Juni 2017, 20 Uhr. www.ensembletzara.ch

Iranische Filme

Mit Abbas Kiarostami verstarb letzten Sommer einer der ganz grossen Regisseure. «Der Film beginnt mit D. W. Griffith und endet mit Abbas Kiarostami», soll Jean-Luc Godard gesagt haben. Kiarostami hat mit Filmen wie «Wo ist das Haus meines Freundes» (1987) oder «Der Geschmack der Kirsche» (1997) Filmgeschichte geschrieben, und es gibt wohl kaum eineN iranischeN FilmemacherIn, der oder die nicht von Kiarostamis Werken beeinflusst ist. Das Iranian Film Festival Zurich eröffnet heuer mit «76 Minutes and 15 Seconds with Abbas Kiarostami» von Seifollah Samadian, einem Dokumentarfilm über den grossen Regisseur. Anschliessend gibt das Festival während sechs Tagen Einblick in das vielseitige aktuelle iranische Filmschaffen.

Iranian Film Festival in: Zürich Kino Houdini und Riffraff, Do, 1., bis Mi, 7. Juni 2017. www.iranianfilmfestival.ch

Die Zukunft positiv denken

Die Dystopie – sie zu denken scheint zurzeit viel einfacher zu sein als die Utopie, wimmelt es doch zurzeit von dystopischen Büchern, Filmen und Serien. Wie jedoch eine Zukunft denken, die positiv ist?

Elia Rediger, der Sänger der Basler Band The Bianca Story und ehemals Hausautor des Konzert-Theaters Bern, hat in Zusammenarbeit mit fünf Künstlern aus der Demokratischen Republik Kongo ein Stück erarbeitet. In «Oh Boyoma» geht es um eine namenlose Stadt, die sich, nach Kriegen von der Landkarte verschwunden, zu einem autarken Raum voll köstlicher Geheimnisse entwickelt hat.

«Oh Boyoma. 387 Strophen über eine Stadt ohne Namen» in: Wabern bei Bern Heitere Fahne, Premiere am Fr, 2. Juni 2017, 18.30 Uhr, ca. 20.30 Uhr Essen und danach Party mit DJ Residents. Weitere Aufführungen: www.dieheiterefahne.ch.

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