Nr. 25/2017 vom 22.06.2017

Korrekt berichtet

In ihrer Ausgabe vom 27. Oktober 2016 kritisierte die WOZ die Umstände einer Ausschaffung einer sechsköpfigen Familie nach Afghanistan. Die Sicherheitsdirektion des Kantons Zug reichte daraufhin eine Beschwerde beim Schweizer Presserat wegen Verletzung der Wahrheitspflicht sowie des Unterlassens der Anhörungspflicht bei schweren Vorwürfen ein. Der Presserat hat die Beschwerde nun abgewiesen und die Berichterstattung unserer Zeitung als korrekt bezeichnet. Die Ankündigung «Rechtsbrüche im Kanton Zug» verletzte die Wahrheitspflicht nicht, weil aus der Gesamtheit von Titel und Lead hervorgehe, wer genau welche Behörden des Rechtsbruchs bezichtigte. Eine Anhörung der Behörden sei zwar zwingend nötig gewesen, schreibt der Presserat weiter, doch «wenn sich Behörden (…) weigern, Stellung zu nehmen, können sie sich im Nachhinein nicht darauf berufen, man hätte sie zu einem bestimmten Aspekt anhören müssen».

Krieg und Flucht

Gibt es eine adäquate Form der Erzählung, wenn es um die Erfahrung von Krieg und Flucht geht? In einem Podiumsgespräch im Rahmen des Filmfests Bildrausch in Basel setzen sich Philippe Van Leeuw, Regisseur von «Insyriated», der syrische Filmemacher Usama Muhammad («Silvered Water. Syria Self-Portrait») und WOZ-Redaktorin Noëmi Landolt, die über ihre Erlebnisse auf dem Flüchtlingsrettungsschiff Sea-Watch 2 einen inzwischen als Buch erhältlichen Blog führte, mit der Frage auseinander, wie und warum im Kino und in Reportagen über Krisen, Krieg und Terror berichtet wird. Los gehts am Freitag, 23. Juni 2017, um 18 Uhr beim Stadtkino Basel.

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