Nr. 35/2017 vom 31.08.2017

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Grenzüberschreitende

«Seit ich Pilates mache, sind meine Rücken- und Nackenschmerzen verschwunden. Ich trainiere dreimal pro Woche, auch Zumba bei BeFit Fitness + Tanz in Aesch BL, das von meiner Frau und Tochter betrieben wird», bekennt ein Leser im «Migros-Magazin». Wir fühlen uns in unserem Zustand als Bewegungsmuffel wohl und bestätigt, denn offensichtlich handelt es sich bei Pilates und Zumba um inzestuöse Verrenkungen.
Jürg Fischer

Risikosportliche

Wenn wir im «Tages-Anzeiger» lesen: «Bund ruft zu Umsiedlungen in Gefahrenzonen auf», dann rufen wir zurück: «Nur gegen fette Direktzahlungen!»
Jürg Fischer

Fadenscheinige

«Westen und Pullunder sehen gut an langen Torsos aus, allerdings sind sie mit Vorsicht zu betrachten, da sie nicht konsistent geschmacksfest sind», stellte die «Hat das Stil?»-Rubrik der «NZZ am Sonntag» fest. Wir schliessen daraus: Nicht zu lange kauen, sondern möglichst schnell schlucken.
Jürg Fischer

Fabulöse

«Der Kocherpark scheint aus dem Dornrösschenschlaf erwacht zu sein», meldet das Portal Ronorp für die Stadt Bern. Da heisst es aufgepasst aufseiten der Stachelbären.
Jürg Fischer

Selbstständige

Diverse Medien befassten sich letzte Woche mit der Frage, «warum DDR-Frauen den besseren Sex hatten». Laut Forschung, schrieb ein Wirtschaftsredaktor im «Tages-Anzeiger», «genossen die Frauen im kommunistischen Osten einen Grad an Selbstgenügsamkeit, den sich wenige Frauen im Westen damals hätten vorstellen können: ‹Sie brauchten nicht zu heiraten oder Sex zu haben, um eigenes Geld zu erlangen.›» Die ökonomisch unabhängige Frau hat anscheinend auch beim Onanieren mehr Spass.
Karin Hoffsten

Niesende

Der erste «Tatort» nach den Ferien war gesundheitsgefährdend, weil jemand das Ebolavirus nach Niederösterreich und dort via Körpersekret zur Verbreitung brachte. Auf zeit.de stellte der Kritiker am Sonntagabend fest, die Tötung «durch den halb geniessten, halb gespuckten Auswurf» sei als Mordvariante einzigartig, einen Tag später wurde besagter Auswurf dann zum «halb genossenen». Auch virenfrei können wir uns keine Umstände vorstellen, unter denen Auswurf zum Genuss wird.
Karin Hoffsten

Gemeine

Es stand in der NZZ, im «Tages-Anzeiger» und auf «BaZ Online»: «Laut Polizei wurden bei den Ausschreitungen mindestens ein Auto und ein Traumhaus beschädigt.» Angesichts der Tatsache, dass viele Schweizer BürgerInnen ihr Leben lang fürs pittoreske Eigenheim geschuftet und geschwitzt haben, scheint uns das besonders verwerflich.
Karin Hoffsten

Glatte

Im «Blick am Abend» suchte die zwanzigjährige Jenni «einen Mann mit Charakter und ohne Körperbehaarung». Wir könnten uns vorstellen, dass ihr Leben an der Seite eines Kerls mit umgekehrten Eigenschaften abenteuerlicher verliefe.
Karin Hoffsten

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