Nr. 36/2017 vom 07.09.2017

Rojava

Inmitten des Krieges in Syrien bauen sich Frauen ein neues Leben auf, ein eigenes Dorf. In Jinwar – kurdisch für «Ort der Frauen» – in der autonomen Region Rojava wollen sie gemeinsam und selbstbestimmt leben. Am 8. März 2017 legten Hunderte Frauen den Grundstein. Inzwischen sind die ersten Häuser fertig. Das Frauendorf bietet Raum für alternative Modelle des Zusammenlebens. Infoveranstaltung zu Hintergrund und Stand des Projekts (mit Übersetzung auf Kurdisch und Türkisch), begleitet von einer Ausstellung zu den selbstverwalteten (Frauen-)Strukturen in Rojava.

Bern Frauenraum, Neubrückstrasse 8. Infoveranstaltung: Di, 12. September 2017, 20 Uhr (Bar ab 19 Uhr), für Frauen, Lesben, Trans- und Intermenschen sowie Genderqueers. Vernissage: So, 10. September 2017, 18 Uhr. Ausstellung vom 12. September bis 5. Oktober 2017, jeweils Di–Do, 18–21 Uhr, offen für alle Geschlechtsidentitäten.

Faircoin statt Bitcoin

Faircoin wurde 2014 lanciert, fünf Jahre nach der – wahrscheinlich bekanntesten – digitalen Währung Bitcoin. Die Faircoop-Initiative, eine globale Kooperative für wirtschaftliche Gerechtigkeit, ist die Herausgeberin. Technisch basiert Faircoin auf der Blockchain-Technologie, unterscheidet sich aber – nach Angabe der Herausgeberin – nicht zuletzt auch in der Menge des verbrauchten Stroms von der Bitcoin-Technologie. Ideologisch bestehen ebenfalls grosse Unterschiede. Zwar entziehen sich beide Währungen dem Zugriff der Nationalbanken, doch im Gegensatz zum Bitcoin-Modell steht Faircoin für eine Wirtschaft, die das kapitalistische System abschaffen will und die Förderung von Gemeingütern zum Ziel hat. Deshalb hat das Faircoop-Netzwerk im Sommer auch eine eigene Bank, die Bank of Commons, gegründet.

Mitbegründer des Faircoop-Netzwerks ist Enric Duran, der vor knapp zehn Jahren als «Robin Hood der Banken» über Spanien hinaus Bekanntheit erlangte, als er am Vorabend der Finanzkrise 2008 bekannt gab, dass er 492 000 Euro von 39 Banken beschafft hatte, indem er aufgenommene Kredite nicht zurückzahlte und das Geld an postkapitalistische soziale Bewegungen verteilte. Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft entzog sich Duran dem Zugriff der Behörden.

Nikola Buric und Chris Zumbrunn vom Verein Bonobo («Bon ohne Boss», eine Berner Alternativwährung) beteiligen sich am internationalen Faircoop-Netzwerk und zeigen Möglichkeiten zur Beteiligung an Faircoin auf. Veranstalterin des Abends ist die AL Bern.

Bern Kulturzentrum Progr, Stube, Waisenhausplatz 30, Do, 7. September 2017, 19 Uhr.

Verteilungsgerechtigkeit

Unsere Zeit ist eine Zeit grosser Gegensätze: Hunger und Überfluss existieren parallel und das in bisher unbekannten Ausmassen. Als Antwort auf die Ungleichheit wird nicht nur von neoliberalen Stimmen die Vorstellung propagiert, jede und jeder sei des eigenen Glückes Schmied. Wer es nicht schaffe, sei einfach an sich selbst gescheitert, an mangelndem Ehrgeiz. SP-Nationalrätin Mattea Meyer spricht im Rahmen des Zürcher «politischen Gottesdienstes» darüber, wie mehr Verteilungsgerechtigkeit die Probleme an der Wurzel packt. Mit Stimmimprovisationen von Susanne Petersen.

Zürich Fraumünsterhof, Fr, 8. September 2017, 18.30 Uhr.

Risotto und Monsanto

Am Beginn des Donnerstagabendgesprächs bei «meh als gmües», einer Genossenschaft zum kollektiven Anbau von Gemüse im Zürcher Norden, steht ein gemeinsames Risottoessen. Danach wird die Frage diskutiert, wie ein weltweites Selbstbestimmungsrecht über unsere Nahrung erreicht werden kann. Zwei etablierte Genossenschaften sitzen dabei ebenfalls am Tisch: «Les jardins de Cocagne» aus Genf und Longo Maï Jura. Als ReferentInnen eingeladen sind Udo Schilling, Saatgutspezialist von Longo Maï und Teilnehmer am Monsanto-Tribunal, sowie Christine Schulter, Agronomin und Vertreterin der «Jardins de Cocagne».

Zürich «meh als gmües», Reckenholzstrasse 150, Do, 7. September 2017, 19 Uhr.

Berner Sparmassnahmen

Der Berner Regierungsrat will jährlich bis zu 185 Millionen Franken einsparen. Vorgesehen sind über 150 Abbaumassnahmen, von der Spitex bis zur Sozialhilfe und von den Hochschulen bis zum Sport. Gleichzeitig will der Kanton die Gewinnsteuern für Konzerne senken. Diverse Organisationen rufen zur Protestkundgebung in der Berner Altstadt auf.

Bern Münsterplatz, Mo, 11. September 2017, 16.45 Uhr.

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