Nr. 45/2017 vom 09.11.2017

Berner Kultur

In Bern stehen grundlegende Entscheidungen an, nicht zuletzt auch für die Kulturförderung. Bis Ende September mussten die städtischen Kulturinstitutionen bei der Stadt ihr Subventionsgesuch für die Zeit von 2020 bis 2023 einreichen. Die Forderungen, das gehöre nach Angabe der VeranstalterInnen zum Ritual, übersteigen die bisherigen Leistungen der öffentlichen Hand bei weitem. Zum Auftakt des Prozesses der Erneuerung der Leistungsverträge fragt das von Kultur Stadt Bern und dem Kornhausforum organisierte Kulturgespräch, was denn in der Kulturförderung anders werden müsste: Wie viel Geld braucht es tatsächlich? Drängen sich – für die Stadt und/oder das Kulturschaffen – Änderungen der Förderungsgrundsätze auf? Gibt es Themen und Bereiche, die von der Kulturförderung anders gewichtet werden sollen? Und wie weit wirken sich die von der neuen städtischen Kulturstrategie formulierten Massnahmen auf die künftige Förderung aus? Es diskutieren unter Moderation von Stephan Giger: Stephan Märki (Intendant Konzert Theater Bern), Nicolette Kretz (Leiterin Theaterfestival auawirleben), Alex Haller (Leiter Jugendamt der Stadt Bern) und Veronica Schaller (Leiterin Kultur Stadt Bern).

Bern Kornhausforum, Kornhausplatz 18, Do, 9. November 2017, 19 Uhr.

Russland und die Schweiz

Lenins wohlbekanntes Schweizer Exil ist nur ein Element der jahrhundertelangen schweizerisch-russischen Verflechtungsgeschichte. Die Veranstaltung stellt verschiedene Aspekte dieser politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und migratorischen Beziehungen vor und präsentiert Beispiele der Quellenbestände des Schweizerischen Sozialarchivs zur Thematik. Es präsentieren Peter Collmer (Universität Zürich) und Christian Koller (Schweizerisches Sozialarchiv). Dieser Abend steht im Kontext der Reihe zum 100. Jubiläum der Russischen Revolution. Apropos: Ebenfalls interessant wird sicher der Jubiläumsanlass zum 111. Geburtstag des Archivs – am 11. 11. lädt es von 11 bis 23 Uhr zu Parcours und Quiz ein.

Zürich Schweizerisches Sozialarchiv, Stadelhoferstrasse 12, Do, 9. November 2017, 19 Uhr: Russland und die Schweiz; Sa, 11. November 2017, ab 11 Uhr: 111 Jahre Schweizerisches Sozialarchiv.

Medien

Auf eine Strassenumfrage, wie Mann und Frau denn im Internet richtige von falscher Information unterscheiden könnten, hätten mehr als die Hälfte der Befragten geantwortet: «Richtig ist, was mir gefällt.» Von hoch oben herab schaue manch einer auf das tumbe Volk. Bis die Erkenntnis aufkeime, dass die meisten von uns mancher Story auf den Leim gingen, weil sie so schön sei, dass es nicht mehr darauf ankomme, ob sie stimme oder nicht. An diesem Abend mit dem Titel «Grünes Palaver» präsentiert Dominique Strebel, Journalist und Jurist, Studienleiter MAZ sowie Vorstandsmitglied des Schweizer Recherchenetzwerks investigativ.ch, seine Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema, im Anschluss darf (hoffentlich) diskutiert werden. Der Abend wird organisiert von den Grünen des Kantons Luzern.

Luzern Medienausbildungszentrum MAZ, Murbacherstrasse 3, Di, 14. November 2017, 18 Uhr.

Ende August wurde in Deutschland die Medienplattform «linksunten.indymedia» – das Sprachrohr der antikapitalistischen Linken – verboten. Im Rahmen einer Infotour mit dem Slogan «All Computers Are Beschlagnahmt» berichten nun AktivistInnen von den Razzien und über den aktuellen Stand ihrer Klage gegen das Verbot.

Basel Wasserstrasse 39, Fr, 10. November 2017, 20 Uhr.

Bern Infoladen der Reitschule, Sa, 11. November 2017, 19.30 Uhr.

Luzern Güterstrasse 7, So, 12. November 2017, 17 Uhr.

Zürich Infoladen Kasama, Militärstrasse 87a, Mo, 13. November 2017, 19 Uhr.

Griechenland

Im Schatten von Grenzzäunen, Schuldenkrise und Rechtspopulismus feiern Griechenland und die Schweiz hundert Jahre diplomatische Beziehungen. Im Rahmen der Biennale «culturescapes» suchen ReferentInnen und Gäste neue Wege aus den aktuellen Dilemmata: Wie können EuropäerInnen an einem besseren und vereinten Europa arbeiten? Wie können sie Europa ausserhalb der Parlamente gestalten? Drei AktivistInnen aus der Schweiz und Griechenland diskutieren Möglichkeiten ausserparlamentarischer politischer Partizipation mit Beispielen aus ihren Ländern. Die in Österreich lebende Griechin Katerina Anastasiou ist bei «transform! europe» zuständig für Migration und globale Strategie. Ihr Fokus liegt auf organisatorischer Praxis und Kommunikation. Der griechische Lyriker Nikos Erinakis engagiert sich nach seinem Studium der Wirtschaft, der Philosophie und der Literaturwissenschaft in London und Oxford in diversen Athener Thinktanks. Dominik Gross von der Alliance Sud beschäftigt sich mit der Wissensgeschichte der Ökonomie, sozialer Ungleichheit und dem internationalen Finanzsystem. Es moderiert Florian Egli von Foraus.

Zürich Karl der Grosse, Erkerzimmer, Kirchgasse 14, Mo, 13. November 2017, 19.30 Uhr.

Szenedokumentation

Andreas Berger ist fast immer mit dabei, wenn auf Berns Strassen Bewegung entsteht. Er produziert Kinofilme (etwa «Welcome to Hell» oder «Zaffaraya 3.0») und Kurzfilme. Jetzt ist seine Kamera am Ende, und er braucht eine neue. An einem Solianlass gibts im Kino der Reitschule deshalb ein Bouquet aus Bergers Werk zu sehen.

Bern Kino in der Reitschule, Neubrückstrasse 8, Fr, 10. November 2017, 21 Uhr.

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