Nr. 05/2018 vom 01.02.2018

Adolf, pass auf!

Von Karin Hoffsten

Der Enkeltrick ist aus der Mode gekommen – jetzt rufen falsche PolizistInnen alte Menschen an und erzählen ihnen, ihr Vermögen sei auf der Bank nicht mehr sicher: Es sei ein Betrug geplant, weshalb sie alles Geld abheben und einem Polizisten übergeben sollten, der es persönlich abholen komme – leider häufig mit Erfolg. Nun weiss man zwar spätestens seit 2007, dass das Geld auf der Bank tatsächlich nicht so sicher ist, wie die Banken gern behaupten, aber darum gehts hier nicht.

Trickreich, wie BetrügerInnen nun mal sind, haben sie realisiert, dass bei alten Menschen die Angst vor Verbrechen hierzulande verbreiteter ist als die Wahrscheinlichkeit hochdeutsch sprechender Nachkommen. Und so viel Geld, dass sich ein Abheben lohnt, muss man ja auch erst mal haben.

Die BetrügerInnen kontaktieren Menschen mit älteren Vornamen, und so twitterte die Kantonspolizei Zürich kürzlich: «WARNUNG: Heute rufen Betrüger gezielt Personen mit Vornamen Adolf an. Sie sprechen Hochdeutsch und geben sich als Polizisten aus.» Adolfs wurden in Deutschland und der Schweiz – hier liebevoll Dölf genannt – aus bekannten Gründen mehrheitlich vor 1945 geboren. Aber twittern die?

Ich würde dieser Generation ja einen freundlichen Brief schreiben. Und – auch wenn Sie mich jetzt für kaltschnäuzig halten – den tatsächlich Gefährdeten ganz nebenbei raten, sich bei Gelegenheit auf beginnende Demenzsymptome untersuchen zu lassen.

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