Nr. 05/2018 vom 01.02.2018

Den Einheitsbrei verteidigen

«Schweizerische Depeschenagentur: Ich komme mir vor wie im falschen Film», WOZ Nr. 4/2018

Wer Zeitungen liest, hat bemerkt, dass in den letzten Jahren die internationale Berichterstattung weitgehend von Meldungen der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) übernommen wurde. Vorbei sind offenbar die Zeiten, als noch Auslandjournalisten Bilder von Ereignissen ausser Landes vermittelten, die immerhin noch individuell gefärbt waren. Beobachtet man etwa, was die SDA über Palästina zu berichten weiss, kann man nur feststellen, dass Israel mit seiner Position dort gute Fürsprecher hat. Es ist leider dasselbe wie mit der No-Billag-Geschichte: Um das Allerschlimmste, einen Journalismus, der nur noch neoliberale Werte vermittelt, abzuwenden, sehen wir uns aufgefordert, den medialen Einheitsbrei bürgerlicher Provenienz zu verteidigen. Gerne tue ich das nicht.

Hanspeter Gysin, Basel

Wertvolle Archive

Zu diversen No-Billag-Artikeln in der WOZ

In der aktuellen Debatte um «No Billag» geht oft vergessen, dass mit den Gebührengeldern auch die audiovisuellen Produktionen von gestern und heute für unsere Nachwelt erhalten werden. Die Finanzierung der Erhaltung von Programmen wird gemäss RTVG aus der «Abgabe für Radio und Fernsehen» finanziert.

Es ist von grossem gesellschaftlichem Nutzen, dass die historisch so wertvollen Rundfunkarchive damit auch Schritt für Schritt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Denn Radio- und Fernseharchive sind Gedächtnis- und Erinnerungsorte, die das kulturelle Erinnern in unseren verschiedenen Sprach- und Kulturregionen massgeblich prägen. Zudem spielen diese Archive eine zentrale Rolle für den Bildungs- und Forschungsplatz Schweiz.

Die Erhaltung dieses wichtigen Kulturerbes ist aber finanziell aufwendig und technisch komplex. Wenn wir uns das inskünftig nicht mehr leisten wollen, laufen wir Gefahr, einen wichtigen Teil unseres audiovisuellen Gedächtnisses zu verlieren.

Christoph Stuehn, Direktor Memoriav, Bern

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