Nr. 08/2018 vom 22.02.2018

Von New York in die Türkei

Jans Familie hat die kranke Grossmutter aus der Türkei nach New York geholt. Ein von ihr gesungenes Lied bringt Jan dazu, sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit zu machen. Er reist in die Türkei und findet heraus, dass seine Grossmutter eine der wenigen Überlebenden eines 1938 begangenen Massakers der türkischen Armee an den KurdInnen ist. Der Regisseur Kazim Öz setzt sich in seinen Filmen immer wieder mit der Unterdrückung der KurdInnen in der Türkei auseinander, so in seinem neusten Spielfilm, «Zer», oder in seinem letzten Dokumentarfilm, «Once upon a Time». Das Kino in der Reitschule zeigt nun sein neustes Werk als Schweizer Premiere in seiner Anwesenheit.

«Zer» in: Bern Kino in der Reitschule, Do, 22. Februar 2018, 19 Uhr.

Silvia Süess

Literatur aus Indien

Über hundert Sprachen werden in Indien gesprochen, ein Bruchteil davon ist nun an den Tagen der indischen Literatur in Zürich zu hören: Während dreier Tage sind indische Autorinnen, Übersetzer und VerlegerInnen im Literaturhaus anwesend und erzählen von ihrer Arbeit. Mit dabei sind unter anderen Meena Kandasamy, die das Buch «Reis und Asche» (2016) geschrieben hat und ein Literaturmagazin herausgibt, die Anwältin und Verlegerin Ruby Hembrom, die sich für die Rechte der indigenen Gruppe der Adivasi engagiert, Urvashi Butalia, die Indiens erstes feministisches Verlagshaus mitgegründet hat, und Pankaj Mishra, Autor des Buchs «Das Zeitalter des Zorns». Die Veranstaltungen finden zum grössten Teil auf Englisch statt.

Tage indischer Literatur in: Zürich Literaturhaus, Fr–So, 23.–25. Februar 2018. www.literaturhaus.ch

Silvia Süess

Jüdische Gleichberechtigung

Als 1848 in der Schweiz der neue Bundesstaat ausgerufen wurde, galten die neuen Rechte längst nicht für alle Bürger. Die Juden erhielten erst 1866, gegen starken Widerstand aus konservativen Kreisen, ihre Bürgerrechte sowie die Niederlassungsfreiheit im ganzen Land. Die Frauen, welchen Glaubens auch immer, mussten dann nochmals über hundert Jahre auf das Stimm- und Wahlrecht warten. Die Wanderausstellung «Schweizer Juden» erinnert an den wichtigen Schritt hin zur Gleichberechtigung: Der Fotograf Alexander Jaquemet hat fünfzehn Jüdinnen und Juden in der Schweiz porträtiert. Sie posieren an Orten, die sie selbst ausgesucht haben, und widerspiegeln mit ihren persönlichen Erzählungen ihr jüdisches Selbstverständnis. In St. Gallen wird die Ausstellung ergänzt durch acht Porträts, verfasst von der Journalistin und Autorin Brigitte Schmid-Gugler.

«Schweizer Juden: 150 Jahre Gleichberechtigung» in: St. Gallen Historisches- und Völkerkundemuseum, bis 9. September 2018.

Kaspar Surber

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