Nr. 50/2018 vom 13.12.2018

Kaum zu rechtfertigende Noblesse

Von Stephan Pörtner

Ob es ohne die Erfindung des Schlittschuhlaufens um die Welt schlechter stünde, ist schwer zu sagen, gehört es doch zu den spät entwickelten sowie klima- und ausrüstungsbedingt nicht weltweit verbreiteten Sportarten. Noch immer verströmt es eine kaum zu rechtfertigende Noblesse, weil die Anlagen gern in Villenvierteln, Reichenvorstädten und Winterkurorten liegen und in ihnen die Zeit einigermassen stehen geblieben ist. Seit ewig bevölkert von agilen Töchtern mit ehrgeizigen Müttern, rundum gepolsterten Söhnen mit Vätern, die knapp an der Profikarriere vorbeigeschrammt sind, Teenagerhorden, älteren Herren, die pausenlos mit Hochgeschwindigkeit Beinahezusammenstösse choreografieren, und Kleinfamilien, die unverdrossen ihre Runden drehen, beschallt von angestaubten Discohits.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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