Nr. 50/2018 vom 13.12.2018

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Notleidende

«Ein Weltspitze, heute eine Miesere: der Schweizer Bobsport». Mieser als der einstigen Vorzeigedisziplin geht es gemäss dieser Überschrift auf «Tages-Anzeiger Online» nur dem Schweizer Korrekturwesen.
Jürg Fischer

Thermophile

In unserer Reportage aus der Papierfabrik Perlen (WOZ Nr. 49/2018) war zu lesen: «Nach siebenmaliger Wiederverwertung sind die Fasern zu klein und müssen ersetzt werden. Sie (…) landen in der Kehrichtverbrennungsanlage, wo sie von Mikroben gefressen werden.» Nur die anpassungsfähigsten Organismen überstehen die Hitze, schliessen wir daraus. Dafür nehmen sie bei ihrer Nahrung schon mal ein paar Röstaromen in Kauf.
Jürg Fischer

Kreuzweise

In unserer letztwöchigen «Essen»-Beilage inserierte auch eine der altehrwürdigsten Genossenschaftsbeizen der Schweiz, worüber wir uns wie immer sehr freuen, zumal in besagtem Lokal wie eh und je ein gewisser Geist der Unbotmässigkeit herrscht. Auf jeden Fall verstehen wir es als dessen Ausdruck, dass die beiden Standesvertreter, die im Inserat zitiert wurden, als «Ständerrat» vorgestellt wurden. Oder war es so laut in der Gaststube, dass das Schreiben nach Gehör missriet? Auf jeden Fall loben wir uns die beiden Politiker, dass sie am richtigen Ort Einkehr halten.
Jürg Fischer

Reinigende

«Geldwäsche-Chef des Bundes geht», schrieb die «Berner Zeitung» schon vor einiger Zeit. Bis ein Nachfolger/eine Nachfolgerin für die verantwortungsvolle Tätigkeit gefunden ist, muss die neue Vorsteherin des EJPD den Zaster erst einmal selbst säubern.
Karin Hoffsten

Glühende

Waschen muss sich laut «Blick» bald auch unser Finanzminister: «Ausgerechnet Maurer soll die Kohlen aus dem Feuer holen.» Die Kastanien sind ja längst weg.
Karin Hoffsten

Verschaukelte

«Ein Bundesrat könne seine Region nicht übervorteilen», zitierte die «Luzerner Zeitung» einen Ständerat. Seit 1848 haben das zwar viele BundesrätInnen versucht, weshalb sich in der Ostschweiz und im Wallis schon Unruhe breitmachte, doch bisher soll es niemandem gelungen sein.
Karin Hoffsten

Freiende

Die deutschen Politiker Gerhard Schröder, Joschka Fischer und Oskar Lafontaine hätten «immer wieder bewiesen, wie viel Wagemut und Idealismus in ihnen steckt. Auch privat», fand die «NZZ am Sonntag». Zusammen brächten es die drei Männer «auf total 14 Hochzeiten (Schröder 5, Fischer 5, Lafontaine 4)». Wir erlauben uns, hinter dieser Statistik ganz andere Charaktereigenschaften zu vermuten.
Karin Hoffsten

Unerforschte

Eine grosse Buchhandelskette bewirbt aufs Weihnachtsgeschäft hin ein Buch «über Lebensentwürfe und Selbsterkenntnis, Humor und Weisheit, Liebe und Erotik, Heimat und Fremde, Reichtum und Werte, Arbeit und Lebensfreude, das Alter und den Tod und Aales, was zählt». Besonders Letzteres freut uns, denn wie sich der schmackhafte Fisch fortpflanzt, ist noch weitgehend unbekannt.
Karin Hoffsten

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