Nr. 10/2019 vom 07.03.2019

Mitgefühl von der Kirche

Leserbrief «Mit Fehlern behaftete Menschen», Nr.  9/2019

Herr Brodmann kritisiert Dorothee Wilhelm, einen Gesamtzusammenhang der Rede von Papst Franziskus ausgeblendet zu haben.

Es ist mir nicht ganz verständlich, welchen Zusammenhang Herr Brodmann meint. Jedoch ist es so, dass die katholische Kirche einige Gesamtzusammenhänge ihrer Institution ausblendet. Nämlich zum Beispiel den Zusammenhang zwischen dem Zwang des Zölibats und den Missbräuchen innerhalb der kirchlichen Strukturen. Oder den Zusammenhang zwischen ungewollten Schwangerschaften (und daraus folgend unter Umständen Abtreibungen) und der restriktiven Haltung der katholischen Kirche bezüglich Familienplanung, Aufklärung und Verhütung. Und den Zusammenhang, dass es für eine Schwangerschaft auch immer einen Mann braucht. Dass es keiner Frau leichtfällt, die Entscheidung, abzutreiben, zu treffen, kommt den Abtreibungen verurteilenden Männern nicht in den Sinn.

Ich würde sehr begrüssen, wenn die katholische Kirche diese Gesamtzusammenhänge erkennen und dann entsprechend mit Mitgefühl handeln würde.

Cathrin Kaufmann, Zürich

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