Nr. 17/2019 vom 25.04.2019

Von Silvia SüessMail an AutorIn

Exzentrisch, wild und roh

Das Basler «Hirschi» ist sozusagen das gastronomische Pendant zur WOZ: Die Mitarbeitenden arbeiten ohne ChefInnen, dafür mit viel Einsatz und einer Portion Selbstausbeutung, gepaart mit Idealismus. Nun feiert die Genossenschaftsbeiz im Kleinbasel mit einem zweitägigen Festival auf dem Theodorskirchplatz ihren 40. Geburtstag – zu hören sind eine Hand voll Bands, darunter auch eine, um die es die letzten zehn Jahre ruhig geworden war: Fucking Beautiful. 2002 gründete Baschi Hausmann, ehemaliger Lovebugs-Bassist, sein exzentrisches Projekt. Vier Alben veröffentlichte die Truppe, bevor sie verschwand. Umso erfreulicher, dass Hausmann zurück ist. Exzentrisch, wild und roh – wie das «Hirschi» nach vierzig Jahren. Happy Birthday!

«40 Jahre Hirscheneck» in Basel Theodorskirchplatz, Di, 30. April 2019, ab 17 Uhr, Mi, 1. Mai 2019, ab 14 Uhr. www.hirscheneck.ch

Zu dritt

«Moi ce que j’aime, c’est faire l’amour, spécialement à trois», besingt Françoise Cactus von Stereo Total im Lied «L’Amour à trois» fröhlich die Dreierkiste. Eine Liebesbeziehung zu zweit ist oft schon nicht einfach, doch was geschieht, wenn sich eine Zweierkiste zu einer Dreierbeziehung ausweitet – zu einer Lebensform also, die gesellschaftlich nicht wirklich etabliert ist? Dieser Frage gehen die PerformerInnen Daniel Hellmann, Layton Lachmann und Anne Welenc in ihrem Stück «All In» nach. Dazu haben sie Gespräche mit neunzehn Menschen geführt, Interviewsequenzen werden eingeblendet. Tänzerisch erkunden die drei PerformerInnen ausserdem die verschiedenen Situationen und Momente von Dreierbeziehungen.  

«All in» in: Zürich Gessnerallee, Do–Di, 25.–30. April 2019, jeweils 20 Uhr. www.gessnerallee.ch

Ein fucking Albtraum

Eigentlich ist Lonnie Holley bildender Künstler. 1950 in Alabama als siebtes von 27 Kindern geboren, wurde er laut eigenen Angaben für eine Flasche Whisky an einen Alkoholschmuggler verkauft. In den Neunzigern erlangte er mit seinen Skulpturen Bekanntheit, die er aus gefundenen Objekten zusammenbaute. Er betätigte sich stets auch als Musiker, letztes Jahr erschien sein drittes Album. Im Song «I Woke up in a Fucked-up America», singt er davon, wie sich nach dem Aufwachen plötzlich alles nur noch um eine Mauer drehte. Im «Bad Bonn» Düdingen ist auch sein Film «I Snuck off the Slave Ship» zu sehen.

Lonnie Holley in: Düdingen Bad Bonn, Mi, 1. Mai 2019, 21 Uhr. www.badbonn.ch

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