Nr. 03/2020 vom 16.01.2020

Nicht separat agieren

«Klimastreikbewegung: ‹Wo bleibt der Rest der Schweiz?›», WOZ Nrn. 51 + 52/2019

Die Klimaartikel zeigen ein Stimmungsbild. Die Klimajugendlichen sind unter Druck, Extinction Rebellion (zu?) aktionsorientiert, SP und Grüne in den Netzen der offiziellen Politik gefangen.

Es geht mir wie Lars und vielen: Bis Greta verdrängte ich das Thema oder glaubte es in guten Händen. In diese Richtung gehen doch viele Reaktionen in unserem persönlichen Umfeld. Aber können wir uns etwas Wichtigeres vorstellen als die wissenschaftlich belegte Bedrohung, dass der Planet, wenn entschlossene Taten – jetzt! – ausbleiben, in zwei Jahrzehnten nicht mehr bewohnbar sein wird? Wie erklärt sich Zögern und Vertagen durch Mitte und rechts? Durch die sozial unterschiedlichen Handlungsräume von unten und oben? Welche Gründe gibt es für die SP und die Grünen, Politik noch separat zu machen? Wissenschaftlich begründete, wertbezogene Politik ist hüben und drüben ohnehin unverzichtbar. Links und Grün sollten sich vereinen, sich jetzt auf die dominierende Klimafrage beschränken. Wie kann die Bewegung auf die Bevölkerung ausgeweitet werden? Mir scheint die Beschränkung auf getrennt voneinander aktive (Alters-, Bildungs-)Gruppen fehl am Platz. Zumindest sollten sie ineinander münden, mit zentraler und dezentraler Struktur.

Eine wichtige Sache scheint mir die klare Information der Behörden an alle Haushalte, wie die Jugendlichen anfänglich forderten. Wenn das nicht innert Frist zu erreichen ist, soll die Bewegung diese Aufgabe mit Spendenaufruf zusammen mit den unvoreingenommenen Medien- und Kulturschaffenden möglichst bald realisieren.

Bruno Unternährer, Rotkreuz ZG

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