Nr. 25/2020 vom 18.06.2020

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Glaziologische

«Ist die heutige SVP tatsächlich die Endmuräne der Schweizer Sonderfall-Ideologie?», fragte die «Republik». Wir wissen es auch nicht, denn angesichts geschmolzener Gletscher kommt auch uns bald einmal das wissenschaftliche Vokabular durcheinander. Für eine Endmuräne, dünkt uns, hat die SVP aber immer noch ganz schön gfürchige Zähne.
Jürg Fischer

Polysportive

«Die Sesselbahnbetreiberin im Kiental streckt die Segel», meldete derweil der «Bund». Auch hier scheint uns die Wurzel des Übels darin zu liegen, dass man höheren Orts zu viel wollte. Für Wassersport hat es im Kiental einfach zu wenig Platz.
Jürg Fischer

Feinnasige

Gemäss einem auf tagesanzeiger.ch platzierten PR-Artikel setzte sich eine Hotelière das Ziel, alle 48 Viertausender der Schweiz zu besteigen, «nach dem sie Lunte gerochen hatte». Vermutlich hat die tapfere Frau Verdacht geschöpft, weil wieder auf sämtlichen Gipfeln ein paar Unverbesserliche gezeuselt haben.
Karin Hoffsten

Plagende

Auf zentralplus.ch machte sich eine Bloggerin Gedanken zum geplanten Wohnungswechsel und entdeckte dabei ganz nebenbei eine neue Spezies: «Ist es wirklich der richtige Weg, den wir gehen, die richtige Entscheidung, die wir getroffen haben? Die Gewissensbisse nagen an meiner Entscheidung.» Der Gewissensbiss, lateinisch conscientia scabens, gehört zur Familie der immateriellen Nager und ist meist nachtaktiv.  
Karin Hoffsten

Krankenkassierte

«Eine solche Entlastung sei zentral, so Schneuwly weiter. Dies, weil über zwei Millionen Personen in der Schweiz wegen der Corona-Krise unter Einkommensbussen litten und sich die Prämienbelastung deshalb stärker aufs Budget schlägt», war auf dem Portal für die Gesundheitsbranche «Medinside» zu lesen. Wir sind dafür! Mindestens sollte man eine Amnestie für alle BussenempfängerInnen ins Auge fassen und eine Anlaufstelle für die geschlagene Belastung.
Jürg Fischer

Übermotivierte

Au weh, schlägt jetzt die Reaktion schon an der Zürcher Langstrasse zu, dachten wir, als wir in der dortigen Unterführung den gesprayten Spruch «BESSER KAPITALISMUS, STATT SPRAYS UND PLAKATE ENTFERNEN» prangen sahen. Aber nein, es war lediglich einE HeissspornIn etwas zu heftig mit der Kommastreudose zugange.
Jürg Fischer

Abwechslungsreiche

Zum Glück gibts für Basel jetzt wieder einen «Bar Guide»: «Wir wünschen uns einen lebendigen Ort des Austausches und der Vielfalt zu sein, an welchem sich unterschiedlichste Kulturen und Generationen begegnen und austauschen können.» Klingt verlockend! 
Karin Hoffsten

Haarige

Die Kantonspolizei Bern wirbt um Nachwuchs. Neben einem Foto, das eine junge Frau mit Schäferhund zeigt, heisst es: «Früher war sie Tierpflegerin. Heute durchkämmt sie Gebäude nach Einbrechern.» Für die Person, der die Topidee mit der Ungezieferanalogie einfiel, empfehlen wir die baldige Frühpensionierung.
Karin Hoffsten

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