Nr. 34/2020 vom 20.08.2020

Von Daniel HackbarthMail an Autor:in

Für immer Eis

Den vor zwanzig Jahren verstorbenen Fotografen und Forscher Andreas Züst zeichnete ein umfassendes Interesse für Naturphänomene jedweder Art aus – unter anderem begeisterte er sich für die eher aparte Disziplin der Glaziologie, die Wikipedia bündig als «die Wissenschaft von Formen, Auftreten und Eigenschaften von Eis und Schnee samt ihren Ausformungen als Gletscher, Permafrost und Schelfeis» definiert. Züst, der an der ETH studiert hatte, forschte mehrere Monate in Grönland, unternahm dort unter anderem Eiskernbohrungen und dokumentierte seine Arbeit mit der Kleinbildkamera. Diese Fotografien zeigen Eis in all seiner Formenvielfalt, sei es als endlose Eislandschaft oder als Kristalle.

«Andreas Züst. Eis» in: Luzern Kunstmuseum, ab Sa, 22. August 2020; Vernissage: Fr, 21. August 2020, 18.30 Uhr. www.kunstmuseumluzern.ch

Mit VR-Brille aufs Festival

Zum Start des internationalen Theaterfestivals Basel ist dieses Jahr das Werk des Theaterregisseurs und Videokünstlers Ho Tzu Nyen zu erleben, der von Mittwoch, 26., bis Montag, 31. August seine Langzeitarbeit «R for Resonance» als Dauerinstallation in der Kaserne Basel (Rossstall I) präsentiert. Bei «R for Resonance» handelt es sich um eine fünfzehnminütige Virtual-Reality-Erfahrung, bei der die ZuschauerInnen eine VR-Brille tragen müssen. Leitthema des künstlerischen Schaffens von Ho Tzu Nyen, der aus Singapur stammt, ist die Suche nach der kulturellen Identität seiner von vielfältigen Einflüssen geprägten Herkunftsregion. Darüber hinaus bietet das Festival bis zum 6. September noch jede Menge weiterer Produktionen in verschiedenen Spielstätten in der Stadt. Ebenfalls zum Auftakt am Mittwoch ist das Radioballett «Zerstreuung jetzt» des Performancekollektivs Ligna zu sehen, bei dem das Publikum unter freiem Himmel auf dem Kasernenareal eine massgebliche Rolle spielen wird.

Theaterfestival Basel in: Basel ab Mi, 26. August 2020. Das ganze Programm findet sich unter www.theaterfestival.ch.

Skulpturen aus Ghana

Der ghanaische Künstler El Anatsui zählt zu den prominentesten Kunstschaffenden Afrikas, sein Markenzeichen sind grosse Skulpturen aus Schraubverschlüssen, die wie Teppiche an der Wand installiert sind. Die Schau «Triumphant Scale» im Kunstmuseum Bern zeichnet El Anatsuis künstlerischen Werdegang nach. Dessen Arbeiten reflektieren auch immer wieder das postkoloniale Verhältnis zwischen Europa und Afrika.

«Triumphant Scale» in: Bern Kunstmuseum, verlängert bis So, 1. November 2020. www.kunstmuseumbern.ch

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