Nr. 52/2020 vom 24.12.2020

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Unföderalistische

«Das sind die wichtigsten Entscheide des Bundes, ab Dienstag einen Montag lang gültig», meldete die «bz Basel». Die Wahl des geeigneten Montags wird der Eigenverantwortung anheimgestellt.
Jürg Fischer

Fällsüchtige

«Selber fällen gefällt. Wo Zürcher sich ihren eigenen Christbaum absagen können», verriet der «Tages-Anzeiger». Das gefällt: Selbst an Weihnachten ist Absagen angesagt.
Jürg Fischer

Erregte

Nach dem Spiel gegen Lugano vergab das «St. Galler Tagblatt» den Spielern des FC St. Gallen Noten. Lukas Görtler erhielt eine 5: «Grosschance nach 2 Minuten, noch ein guter Schuss, und dann steift sein Lupfer (73.) die Latte.» Wer jetzt lacht, kennt sich aus in Fussballexegese. Im Männerfussball und seiner Berichterstattung sind Beinahetreffer die Norm.
Jürg Fischer

Linienuntreue

Über «100 Anhänger des FC Zürich (…), denen aber Corona ein Strich durch die Rechnung macht», berichtete der «Tagi». Dort dachte man sich wohl, «Strich» ist auch kein ganz unbelastetes Wort. Machen wir ein Neutrum draus, es heisst ja auch das Strichmännchen.
Jürg Fischer

Physiogrammatikalische

Auf den Skifahrer Carlo Janka bezogen, meldete dasselbe Sportressort: «Die Probleme liegen im unteren Rückenbereich, es gibt Ödeme im unteren Rückenbereich, aber auch viele Fragezeichen.» Die Chirurgie bringt es immerhin fertig, dass einem die Fragezeichen nicht mehr im Gesicht stehen.
Jürg Fischer

Übermüdete

«Wir waren zu viert auf dem Zimmer, drei von uns haben die Nachtruhe nicht eingeladen», erinnert sich ein anderer Skifahrer auf blick.ch. Logisch, dass die Nachtruhe verschnupft war und sie wach liegen liess.
Jürg Fischer

Verbildlichte

Mit den verschärften Massnahmen «regnete er besonders der Westschweiz in die Parade», hiess es auf «Watson» über den Gesundheitsminister, dem von dort prompt entgegenschallte, das schlage jetzt doch dem Fass die Krone ins Gesicht.
Karin Hoffsten

Halbierte

«Von den 2,5 Millionen Schweinen, die jedes Jahr in der Schweiz geschlachtet werden, wachsen etwa 60 Prozent als QM-Schweine auf; die andere Hälfte produziert man für Labels mit höheren Anforderungen ans Tierwohl», schrieb die NZZ. Zwar steht QM für Qualitätsmanagement und nicht für Quälmethoden, aber uns wäre trotzdem lieber, wenn alle Schweine und nicht nur die kleinere Hälfte in den Genuss tierfreundlicher Aufzucht kämen.
Karin Hoffsten

Biodiversifizierte

«Mein Kind hat nur ein paar Lungen», zitierte die WOZ eine Stimme, die sich in Wijk aan Zee gegen die enorme Luftverschmutzung wehrt. «Da kann es doch froh sein – gewöhnliche Menschen haben nur ein Paar Lungen!», schrieb uns daraufhin WOZ-Leser D. Dem haben wir nichts hinzuzufügen.
Karin Hoffsten

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