WOZ News :

Nr.  48 –

Verblasene

«Das Fass aber brodelt, so viel ist sicher. Anders als im letzten Winter wird nicht mehr vorwiegend in Geisterstädten gefahren, Athletinnen und Athleten logieren auch mal in Businesshotels – trotz Bubble ist eine Vermischung kaum zu verhindern», schrieb tagesanzeiger.ch, es geht um Skisport. Hat es dem Fass früher den Boden rausgehauen, brodelt es heute bis zur Auflösung in der Bubble. Den Skiassen bleiben nicht mal die Fassdauben, um talwärts zu sausen.
Jürg Fischer

Homonyme

Vermeintlich bewährte Werte werden an allen Ecken und Enden infrage gestellt, Gewissheiten lösen sich auf. «Transparents gefordert», lautete ein Zwischentitel im «Anzeiger von Uster». «Transparents» haben es an sich, dass ihre Identität ungeklärt ist. Gefordert sind somit einmal mehr die Leser:innen.
Jürg Fischer

Ehrenhafte

Während wir an der verdienten Transparenz festhalten möchten, haben wir Probleme mit der Unterscheidung von Referenz und Reverenz. In eigenem Interesse, denn dann würde uns dieser Satz nicht mehr passieren: «In Licht und Saxofonsoundtrack erweist Regisseur Meise immer wieder dem Nachkriegsregisseur Rainer Werner Fassbinder filmische Referenz.» (WOZ Nr. 46/2021 ) Lieber als darauf zu setzen, dass Sie das sowieso übersehen, wäre uns eine kleine referenzielle Duden-Reform.
Jürg Fischer

Zurückgesetzte

Patchworkkonfusion herrscht derweil auf höchster Ebene. «Sie ist verheiratet und Mutter zweiter Kinder», wusste bund.ch von der designierten IKRK-Präsidentin zu berichten. Hoffen wir dem Haussegen zuliebe, dass die ersten Kinder schon ausgeflogen sind.
Jürg Fischer

Geschundene

Gnadenlos spart wieder einmal das «St. Galler Tagblatt» an Sinn und Verstand: «Für Chompel Balok (SP) sagte, SGBT habe ein strukturelles Problem. Ein Kürzung des Beitrags angezeigt. Er sagte, eine Kürzug sei nicht unlauter (…)», stand in dem Blatt. Erst wenn das letzte Verb verschwunden ist, der letzte Buchstabe gekürzt, werdet Ihr merken, dass niemand mehr Euer Blatt lesen will.
Jürg Fischer

Funktionale

Laut einem Bericht auf srf.ch setzt der Kanton St. Gallen für sein Polizeikorps auf zoologische Notwehr: «Auch wurde bekannt, dass die beiden Polizisten keine Taser auf sich trugen, sondern nur ihre Dienstaffen.» Dies geschieht hoffentlich in enger Begleitung durch den Tierschutz.
Karin Hoffsten

Messbare

«Liebe Ruth, der Grad ist schmal – was sexy und was sexistisch ist, das hängt nicht nur von der Pose, sondern auch vom Selbstverständnis der jeweiligen Frau ab», informierte die Fachfrau für Stilfragen in der «NZZ am Sonntag». Und natürlich davon, wie cool oder hot ihr Body ist, ergänzen wir.
Karin Hoffsten

Ermannte

Nein, liebes persoenlich.com, es ist keine «Imagekampagne für den Messetrum Basel», sondern für das Messetrum. Obwohl so ein Riesentrumm ja noch ein m mehr bräuchte.
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch