Leser:innenbriefe
Demokratisierung von KI
«Maschinensturm KI (4): Einstürzende Sprachmaschinen», WOZ Nr. 7/26
Die Vorstellung, ein Chat-GPT-Boykott könne die KI-Revolution aufhalten oder gar zu Fall bringen, ist nicht kämpferisch, sondern naiv.
Der transformative Aspekt künstlicher Intelligenz ist nicht die Automation von Sprache, sondern die Amplifikation menschlicher Kognition. Sprachgenerierung ist nur ein Modus kognitiver Systeme, andere Möglichkeiten sind zum Beispiel Bilder, Videos, Musik, Software, aber eben auch Finanzmathematik, Militärstrategie und Nachrichtendienst. Kognitive Überlegenheit aufgrund von KI ist ein krasses Machtgefälle. Wenn nur gewisse Staaten, die Industrie, das Militär und Milliardäre über KI verfügen, sind die Massen schutzlos ausbeutbar.
Die Demokratisierung von KI, die digitale Unterstützung im Kampf gegen Unterdrückung, erscheint in diesem Licht als Gegenpol zur KI-Herrschaft der Eliten, als Ermächtigung der Arbeiter:innen zur Wiederherstellung der Chancengleichheit.
Michael Kaufmann, Informatikprofessor, Horw
Ein Herz und eine Seele
«Wichtig zu wissen: Hin und her», WOZ Nr. 8/26
Ruedi Widmers Beiträge sind immer skurril, ich liebe seine Cartoons auf Seite 2. Seine Kolumne von letzter Woche ist unüblich ernst, auch resigniert und spricht mir aus dem Herzen – vielen Dank für die Zeilen! Widmers Ideen und Assoziationen sind immer so verrückt anders und genial: Mao als Superkapitalist! Auf diese Vorstellung muss eine:r erst mal kommen …
Brigitte Koller, per E-Mail
Der Beitrag von Ruedi Widmer spricht mir aus der Seele. Danke! Auch ich wünsche mir eine deutliche Ablehnung der Halbierungsinitiative. Noch lieber hätte ich eine krachende Watsche für die Initianten dieses Ansinnens. Daumen drücken!
Maya Eggimann, per E-Mail
Nach oben orientieren
«Nein zur SRG-Halbierung: Befreiung aus der Geiselhaft», WOZ Nr. 8/26
Die Analyse des Redaktors ist, vor allem was die zukünftige Ausrichtung der SRG und ihrer Programme angeht, zutreffend. Nicht nur FM4 oder Deutschlandfunk Kultur, sondern auch France Musique oder France Culture wären hilfreich, um sich nach oben zu orientieren. Meine Einschätzung: Selbst wenn die Initiative am 8. März abgelehnt wird, habe ich Zweifel, dass die Verantwortlichen sich um eine Neuausrichtung ihres Service public bemühen; ich befürchte vielmehr, dass sie sich weiterhin im gebührengeschützten Glashaus wohlfühlen werden.
Werner Stauffacher, Zürich