20.03.2003

Was tun am Tag X?

Von Susan Boos

So wie die Dinge stehen, dürfte der Tag X wenige Stunden nach Redaktionsschluss bereits angebrochen sein – der Tag, an dem US-Amerika zusammen mit Britannien, Spanien, Polen und Australien den Irak angreift. Was kann man tun an diesem Tag, statt paralysiert in den Fernseher zu starren?
• An eine Demo gehen: Von Burgdorf bis Winterthur haben SchülerInnen beschlossen, schon am Morgen nach den ersten Angriffen – die voraussichtlich in der Nacht stattfinden – zu demonstrieren. Die verschiedenen friedenspolitischen Organisationen, Parteien und Gewerkschaften rufen auf, sich an den lokalen Kundgebungen zu beteiligen. Am selben Abend finden in den verschiedenen Orten um 18 Uhr Mahnwachen und Demonstrationen statt.
• Friedensfahnen aufhängen: Fenster und Balkone mit einer Pace-Fahne bestücken. Sie können bestellt werden unter Telefon 01 273 01 00 oder Mail an gsoa@gsoa.ch.
• Transparente malen: Kreative sollen sich ihre Antikriegsplakate und -transparente selber malen. Anregungen gibt es auf http://plakate.netzwirt.ch/.
• Strassen beschallen: Bei www.tagx.tk den Tag-X-Jingle herunterladen, Boxen aufs Fensterbrett stellen und für 9 Minuten 11 Sekunden die Strassen mit einem Protest-Potpourri mit Sirenengeheul beglücken.
• Öl abliefern: Altöl sammeln und der US-Botschaft in Bern zurückbringen, wie dies Greenpeace in Deutschland bereits gemacht hat (www.greenpeace.org/deutschland). Wer kein Altöl besitzt, mag am Abend von Tag X einfach mit Kerzen und Fackeln zur Botschaft spazieren.
• Dienst verweigern: Als Berner Polizist kann man sich weigern, ab Tag X die US-Botschaft zu bewachen, wie dies der Berner Stadtrat Daniele Jenni (GP) vorgeschlagen hat. Jurist Jenni lieferte den Polizisten auch die Argumentation: Ein US-Angriffskrieg stellt ein völkerrechtliches Verbrechen dar – folglich ist die Gewährung von Schutz an Einrichtungen der demnach kriminell handelnden US-Administration, besonders an deren Botschaft, als Unterstützung verbrecherischer Handlungen unzulässig und moralisch verwerflich.
• SMS verschicken: Alle Freundinnen und Bekannten per SMS auffordern, sich an der einen oder anderen Aktion zu beteiligen.
• US-Produkte boykottieren: Man kann sich zum Beispiel der E$$O-Kampagne anschliessen. Der US-Konzern Exxon – dem Esso gehört – hat Bush massgeblich zu seinem Präsidentenamt verholfen und ihn bei seiner Kriegstreiberei unterstützt (www.stopesso.com). Als Nicht-AutofahrerIn hat man die Möglichkeit, ganz alltägliche US-Produkte wie Toblerone, Valser-Wasser oder Nappa-Valley-Weine in den Gestellen stehen zu lassen und den Kindern die Schweizer Wochen bei McDonald’s auszureden.

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