Waffenexporte: Der vergessene Vertrag

Nr. 50 –

Die norwegische Völkerrechtlerin Ida Marie Andenæs Galtung forscht in Genf über Kontrollmöglichkeiten im internationalen Waffenhandel. Die Schweiz steht bisher nicht in ihrem Fokus. Das könnte sich bald ändern.

Warum sie sich ausgerechnet mit Waffen beschäftige, nach allem, was sie erlebt habe? Das ist die Frage, die Ida Marie Andenæs Galtung häufig hört. Die 34-jährige Norwegerin nahm im Sommer 2011 an einem Jugendlager der linken Arbeiterpartei auf der Insel Utøya teil. Ein rechtsextremer Terrorist griff dieses Lager damals gezielt an und tötete 69 Menschen. Galtung hat den Terroranschlag überlebt. Gemeinsam mit einer Freundin hatte sie sich hinter einem Felsen versteckt.

Heute forscht Galtung als Gastdoktorandin am Geneva Graduate Institute beim renommierten britischen Völkerrechtler Andrew Clapham über Rüstungskontrolle und internationales Recht. «Ich habe mich schon sehr früh für Politik in einem internationalen Kontext interessiert. Wenn überhaupt, dann hat mich diese schlimme Erfahrung dazu gebracht, mein Engagement für eine sicherere und gerechtere Welt zu verstärken», sagt Galtung im Gespräch in einem Café in der Nähe des Lausanner Bahnhofs. So fand sie zum Völkerrecht als Forschungs- und Tätigkeitsfeld.

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