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Griff nach Grönland
US-Präsident Trump hat seinen völkerrechtswidrigen Blitzkrieg gegen Venezuela ungeniert mit der Rückeroberung von Erdölvorkommen begründet, die angeblich US-Energiekonzernen „gestohlen“ wurden. Zeitgleich erklärte er Grönland, das als selbstverwaltetes Territorium zu Dänemark gehört, zum nächsten Ziel seiner neokolonialistischen Geostrategie. Diese beschrieb Michael Klare in LMd im Januar 2025 unter dem Titel „America First 2.0“: Für Trump sei die Welt ein riesiges „Monopoly“, auf dem „mehrere Rivalen um wertvolle Immobilien, Märkte und Rohstoffe konkurrieren“. Eine besondere Bedeutung haben im Fall Grönland die seltenen Erden, an deren Gewinnung auch chinesische Unternehmen beteiligt sind, wie Camille Bortolini im Juli 2020 berichtete: „Die Macht der seltenen Erden“. In Anbetracht dieser Gemengelage beschrieb Philippe Descamps im März 2023 die innenpolitische Stimmung in Grönland unter dem Titel „Nuuk wartet ab“. Dieser Text wird ergänzt durch eine Karte, auf der auch die Vorkommen der vielfältigen Bodenschätze verzeichnet sind.