Die Macht der Dörfer
Vor den Wahlen in Ungarn buhlen Fidesz und die Opposition um die Gunst der ländlichen Gebiete
Ein Škoda Octavia fährt vor, und Péter Magyar steigt aus – der Politiker, der Viktor Orbán bei den Parlamentswahlen am 12. April den Posten des Ministerpräsidenten streitig machen will. Er bekommt ein Ansteckmikrofon verpasst, begrüßt die kleine Gruppe von Aktivist:innen, die Wahlkampfbroschüren und das Magazin der Mitte-rechts-Partei Tisza (Respekt und Freiheit) verteilt, und stürzt sich in die dritte einstündige Facebook-Liveübertragung dieses Tages. Im Kulturhaus hinter ihm haben 200 Menschen Platz genommen, um den Mann zu sehen, der das Land nach eigenem Bekunden vom „kleinen Sultan und seinem System der nationalen Kriminalität“ befreien will.