Digitale Gewalt: Schulung, Opferschutz, Strafen

Nr. 16 –

Spanien gilt als Vorbild, wenn es um den Schutz von Frauen geht. Ein innovatives Gesetz in Galicien soll bald auch den digitalen Raum für sie sicherer machen.

Anfang April entdeckte die europäische Non-Profit-Organisation AI Forensics ein Missbrauchsnetz auf Telegram. Nutzer handelten dort mit sexualisierten Bildern, Deepfakes und Missbrauchsdarstellungen von Frauen. Die Organisation fand Zehntausende Fotos, offenbar vor allem aus dem persönlichen Umfeld der Nutzer. Die Frauen wussten nicht, dass ihre Bilder, Namen und Social-Media-Profile in Chats mit Tausenden Fremden geteilt wurden.

Die Entdeckung erinnert an den Fall von Collien Fernandes, die ihren Exmann Christian Ulmen beschuldigt, jahrelang Fakeprofile von ihr erstellt und in ihrem Namen mit Männern Kontakt aufgenommen zu haben. Seit die Schauspielerin damit an die Öffentlichkeit ging, wird europaweit über solche Taten und über rechtliche Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, diskutiert. Sie habe bewusst Anzeige auf Mallorca erhoben, sagt Collien Fernandes gegenüber der ARD, «weil in Spanien die Rechte von Frauen deutlich besser sind als in Deutschland». Doch den Straftatbestand der «digitalen Vergewaltigung», wie Fernandes es nennt, gibt es auch in Spanien noch nicht.

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