Die SVP in den Medien : Rechnerische Ressentiments
Bereits heute steht fest, wer die Mitverantwortung trägt, sollte die SVP-Initiative zur «10-Millionen-Schweiz» angenommen werden: die Deutschschweizer Konzernmedien. Nachdem der «Tages-Anzeiger» und die NZZ jedem Abweichler, jeder Abweichlerin aus einer anderen Partei mindestens eine Seite Platz einräumten, um der SVP das Wort zu reden, tat sich die «Schweiz am Wochenende» nun mit tollkühnen Rechenkünsten hervor.
«Ausländer verdrängen Einheimische», lautete die Schlagzeile des auflagenstärksten Blattes der Schweiz. Der Beweis, den ein früherer Mitarbeiter des Bundesamts für Statistik in einem «Schwerpunkt» auswalzen durfte: 60 000 Schweizer:innen mehr seien per Saldo in den letzten rund zwanzig Jahren aus den Boomkantonen Zürich, Genf, Basel-Stadt und Waadt weg- als neu zugezogen. Klingt nach einer verrückt hohen Zahl. Bloss sind das pro Jahr durchschnittlich nur noch 3000 Personen. Auf Zürich heruntergerechnet waren es sogar nur 490. Der Kanton hat aber 1,63 Millionen Einwohner:innen. Die 490, die pro Jahr mehr wegzogen, machen aktuell also gerade einmal 0,03 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus, sind damit ein verschwindend kleiner Anteil.