Frag die WOZ : Sprechen alle Blindenhunde Italienisch?
«Stimmt es, dass alle Blindenhunde Italienisch sprechen?»
U. B., auf Mastodon
Das ist eine sehr gute Frage! Sofern ein Hund hierzulande ausgebildet wurde, versteht er tatsächlich Italienisch. Sowohl in der Blindenhundeschule Allschwil – der grössten und ältesten Blindenhundeschule der Schweiz – als auch in den Blindenhundeschulen Liestal oder Goldach werden Hunde auf italienisch trainiert. Die Tiere lernen etwa drei Dutzend Kommandos, die «Hörzeichen» genannt werden.
«Für die etwas mehr als dreissig Hörzeichen eignet sich die italienische Sprache sehr gut, da in ihr mehr Vokale vorkommen als in der deutschen Sprache. So kann der Hund die verschiedenen Hörzeichen besser von der sonst gesprochenen Sprache unterscheiden», schreibt die Blindenhundeschule Allschwil.
Die Befehle sind kurz und deutlich. «Porta» bedeutet zum Beispiel: «Gehe zur nächsten Tür» respektive «Zeige, wo der Einstieg in den Bus ist». «Billeta» heisst, der Hund solle den Schalter aufsuchen; das kann auf der Post oder aber auch ein Bahnschalter sein. Die Hundeführer:innen müssen aber eine Karte im Kopf haben und wissen, wo sie grundsätzlich sind, damit sie dem Hund das entsprechend richtige Kommando geben können. Der Hund weiss ja nicht von sich aus, wohin sein Mensch will.
In anderen Ländern erfolgt die Ausbildung jedoch meist in der Landessprache, in Deutschland auf Deutsch, im englischsprachigen Raum meist auf Englisch.
Immer montags beantworten wir in der Rubrik «Frag die WOZ» jeweils eine wirklich (un)wichtige Leser:innenfrage. Noch Fragen? fragdiewoz@woz.ch!