Nr. 49/2008 vom 04.12.2008

Alles steht still

Von Stephan Pörtner

Wenn es in Aarau regnet, hält der Zug oft zwei Stunden lang, weil er weiss, dass es hier in diesem Leben für ihn nichts mehr zu gewinnen gibt. Die Passagiere raufen sich die Haare und randalieren im Speisewagen. Der Kondukteur flüchtet in die Kellerbar unter dem Bahnhofsbuffet. Doch vergebens. Der Zug bockt. Alles steht still. Bis es dann plötzlich und in einem Karacho via Olten nach Basel geht. Kein Mensch weiss, was den Sinneswandel bewirkt hat. Die Protestpassagiere purzeln durch die Gänge, die Laptops krachen von den Tischchen. Alle sind zufrieden, dass es weitergeht, denn niemand will zu spät kommen.

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