Nr. 16/2009 vom 16.04.2009

Isländischer Frühling

Von Stephan Pörtner

Besser ein später Frühling als gar keiner, sagten sich die Bewohner Islands, die alles verloren hatten ausser ihrer Zuversicht. Seit der Besiedlung dieses Dampffelsens vor 1100 Jahren hatte niemand andere Jahreszeiten als Winter, Eiszeit, Nebelsaison und Börsengewitter erlebt. Die ersten drei konnte man mit gutem Schuhwerk, einer Seehundpelerine und Schnaps relativ unbeschadet überstehen. Die vierte Jahreszeit war jedoch ungleich garstiger. Darum beschloss der wankelmütige Premierminister Geir Haarde, noch in diesem Jahr den Frühling einzuführen, damit auch auf Island endlich einmal etwas angepflanzt werden könnte. Danach würde man Mitglied der EU, und in spätestens zehn Jahren gäbe es Sommerferien für alle.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Isländischer Frühling aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr