Nr. 51/2010 vom 23.12.2010

Gute Miene zum Fest

Von Stephan Pörtner

Im Weihnachtszirkus Holdrio war man auch dieses Jahr weniger darum bestrebt, die Leute zu unterhalten, als sie auszusacken, dass es staubte. Mit dem ewiggleichen, völlig unberechtigterweise als Poesie angepriesenen Glitzerkram lockte man Zehntausende ins schlecht geheizte Zelt, wo man ihnen einige Artisten vorführte, die sich gegen Kost und Logis verrenken mussten, dass es einem vom Zuschauen eigentlich schlecht geworden wäre, hätte man nicht soviel für die unbequemen Plätze ausgegeben und darum gezwungen war, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, weil sonst die ganze Weihnachtsstimmung in Scherben gegangen wäre, wie die Teller der ausgemergelten Chinesen, die von den Bambusrohren krachten.