Nr. 28/2012 vom 12.07.2012

Drehscheibe des Rechtsextremismus?

Von Helen Brügger

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni wurde in Genf der Sänger einer Punkband nach einem Konzert mit Messerstichen schwer verletzt. Er ist ausser Lebensgefahr, der mutmassliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft.

Zuerst von der Polizei als gewöhnliche Schlägerei verharmlost, deutet unterdessen einiges darauf hin, dass der Angriff einen politischen Inhalt hat und im Zusammenhang mit einer Erstarkung der extremen Rechten in Genf gesehen werden muss. Gemäss antifaschistischen Kreisen sei der Täter Mitglied von Artam Brotherhood Genève, einer offen auftretenden faschistischen Gruppe. Die Genfer Linke zeigt sich beunruhigt über die internationalen Verbindungen dieser und anderer in Genf aktiven Gruppen sowie über mögliche personelle Verflechtungen mit der SVP und dem Mouvement Citoyens Genevois (MCG).

Während die Behörden beteuern, Genf sei keine Drehscheibe des europäischen Rechtsextremismus, lädt Artam Brotherhood Ende Juli zu einer «Barbecue Party» mit internationalen Gästen ein. Die Antifa-Kreise ihrerseits wollen zu jenem Zeitpunkt die Bevölkerung für die Gefährlichkeit rechtsextremer Ideen sensibilisieren.

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