Nr. 02/2013 vom 10.01.2013

Der Sozialismus endet im Seefeld

Von Susi Stühlinger

Das Jahr ist noch jung und bringt schon allerhand ans Licht: «Die heimliche Macht der Linken», titelte der «SonntagsBlick» und zitierte Torten-Politologe Michael Hermann: Gemäss seiner Studie wird fast ein Drittel der kommunalen Staatsausgaben von Gemeinden mit links-grünen Regierungen getätigt, und das, obwohl sie die grosse Minderheit im Lande sind. In der Tat, ein alarmierender Zustand.

Das merkt auch die vereinigte junge Rechte. Deshalb organisiert der «Verein zur Förderung des Liberalismus» für Mitglieder von Jungfreisinn und junger SVP am 26. Januar in Zürich die Tagung «Aussteigen, Endstation Sozialismus!». Sie soll Antworten auf drängende Fragen wie «Wie weit sind wir auf dem Weg in den Sozialismus bereits?» und «Was sind die Auswege?» finden.

Illustre Jungpolitiker wie die SVP-Jungspunde Erich Hess und Lukas Reimann oder Ron-Paul-Anhänger Christoph Stampfli werden sich das Mikrofon in die Hand geben, zudem gibts Referate neoliberaler Ideologen, etwa vom deutschen FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffer, dem «Paladin der Eurokritik», wie der Eurorettungsschirmbekämpfer im Tagungsprogramm genannt wird. Schon über neunzig junge SozialismuskritikerInnen haben sich angemeldet, um dabei zu sein, wenn über das staatliche («im kommunistischen Manifest geforderte») Bildungsmonopol oder das staatliche Rechtsmonopol debattiert wird. Recht so, junge Menschen, trotzet der roten Gefahr!

Etwas weniger alarmiert scheint Michael Hermann zu sein. Der kennt nämlich ein probates Mittel gegen die links-grünen SozialistInnen: Da das Wohnen in den ausgabefreudigen Städten immer teurer werde, würde die rot-grüne Wählerschaft künftig zusehends aus denselben verdrängt und damit auch entmachtet. Der Zürcher Volksmund nennt diesen Prozess «Seefeldisierung». Wenig überraschend findet die Tagung zum Ende des Sozialismus im Kirchgemeindehaus Neumünster im Seefeld statt.

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