Nr. 05/2013 vom 31.01.2013

Breitensteins Ahnung

Von Stephan Pörtner

Die Planung von über zweihundert Wohneinheiten in unmittelbarer Nähe seines Feriendomizils beunruhigte Breitenstein nicht weiter. Seit fünfzig Jahren hielt er die Stellung in diesem Dorf, das völlig überbewertet war. Ausser den langsam aussterbenden und in Sachen Schrulligkeit und Verbocktheit kaum zu übertreffenden Alteingesessenen hatten sich vor allem Rentner und Holländer angesiedelt, und diese verursachten, wie Breitenstein einst an der Uni St. Gallen gelernt hatte, vor allem Kosten und trugen nichts zum Gemeinwohl bei. Darum ächzte die Infrastruktur schon gewaltig, und Breitenstein sah am Horizont eine Krise aufziehen, die all den Träumen von Expansion und Vorstädterei ein jähes Ende bereiten würde.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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