Nr. 20/2013 vom 16.05.2013

Fotografie

Die Ausstellung Liens/Lazos zeigt ein fotografisches Projekt über Menschen aus zwei geografisch weit voneinander entfernten Orten – San Marcos in Nicaragua und Biel.
Biel Ring 3, bis 26. Mai 2013. Geöffnet Mo/Di/Fr, 
15–18 Uhr, Sa, 9–12 Uhr.

Griechenland

Das Solikomitee Zürich lädt ein zu einer Veranstaltung mit Thanasis Kourkoulas. Er ist Mitglied der Organisation Deport Racism, die sich in Griechenland aktiv gegen die rechtsextreme Partei Chrysi Avgi und für die Rechte der MigrantInnen einsetzt.
Zürich Ackerstrasse 11, Fr, 17. Mai 2013, 19.30 Uhr.

Menschenrechte

Yoani Sánchez, Zeng Jinyan und Farnaz Seifi lassen sich von ihren Regimes nicht einschüchtern. Sie repräsentieren eine neue, vernetzte Generation moderner Rebellinnen. In Kuba, im Iran und in China bringen sie mithilfe sozialer Medien wie Facebook, YouTube und Twitter das staatliche Informationsmonopol ins Wanken und riskieren dabei ihr Leben. Basierend auf ihren Zeugnissen und heimlichen Aufnahmen ist Barbara Millers Film «Forbidden Voices» eine Hommage an ihren Kampf. Der Film wird nun in Anwesenheit von Yoani Sánchez nach Verleihung des WACC-Signis-Menschenrechts-Filmpreises 2012 gezeigt.
Zürich Kino RiffRaff, Neugasse 57–63, 
Sa, 18. Mai 2013, 11.30 Uhr.

Migration

Der Verein binationaler Partnerschaften und Familien lädt ein zum Vortrag «Bilder des Alltags. Ein postkolonialer Spaziergang durch die Schweiz». Binationale Paare und ihre Kinder sind (rassistischen) Stereotypen und kolonialen Bildern ausgesetzt. Die westliche Sicht mag in der Schweiz vorherrschend sein, ist aber nur eine unter vielen möglichen. Die Referentin Jovita dos Santos Pinto ist Assistentin im Nationalfonds-Forschungsprojekt «Postkoloniale Schweiz» am Lehrstuhl für Philosophie der ETH Zürich (siehe WOZ Nr. 32/11).
Zürich GZ Wipkingen, Breitensteinstrasse 19, 
Sa, 25. Mai 2013, 14 Uhr. Anschliessend Diskussion und Apéro.

Netzneutralität

Der Datenverkehr im Internet besteht aus Paketen mit einem Absender und einem Adressaten. Gemäss den technischen Protokollen wird jedes korrekt adressierte Paket unabhängig von Inhalt und Herkunft gleich behandelt und weitergeleitet. Wegen der beschränkten Bandbreite (vor allem im Mobilfunknetz) und der verschärften Konkurrenz neigen Provider seit einiger Zeit jedoch dazu, bestimmte Pakete bevorzugt zu behandeln, andere zu bremsen oder gar zu blockieren, etwa aufgrund der Herkunft oder des Inhalts.
Der Verein Grundrechte.ch lädt nun ein zu einer Veranstaltung mit Simon Schlauri und Norbert Bollow. Schlauri war bis September 2012 Senior Legal Counsel Regulatory bei Sunrise, seither ist er Partner bei Ronzani Schlauri Anwälte, Zürich, und Privatdozent an der Uni Zürich. Bollow ist im Expertenbeirat der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit sowie auf internationaler Ebene einer der beiden Koordinatoren des Civil Society Internet Governance Caucus.
An der Veranstaltung geht es um die Fragen: Wie neutral ist das Internet heute? Wer reguliert den Datenverkehr? Soll der Staat eingreifen und die «Netzneutralität» gesetzlich festlegen?
Zürich Sogar Theater, Josefstrasse 106, 
Do, 16. Mai 2013, 19.30 Uhr.

Revolten

Die ersten Erfolge der revolutionären Bewegungen in Ägypten und Tunesien initiierten nicht nur in vielen Ländern Proteste gegen die Politik ihrer jeweiligen Regierungen. Ein weiteres Merkmal war, dass für einen Moment Menschen auf der ganzen Welt sich mitfreuten. Simeón Saiz Ruiz hat sich mehr als zehn Jahre lang in seiner Malerei mit der Darstellung von Leid und Tod (anhand der Kriege im ehemaligen Jugoslawien) auseinandergesetzt. Danach stellte sich für ihn die Frage, wie Freude dargestellt werden kann. Diese Fragestellung legte er einigen befreundeten Künstlerkollegen und -kolleginnen vor, und das Ergebnis ist nun in der Ausstellung «Tiempos de Alegría» (Zeiten der Freude) zu sehen.
Bern Progr, Parterreraum 009, Speichergasse 4, 
bis 25. Mai 2013.

Sans-Papiers

Frauen ohne Aufenthaltsbewilligung arbeiten häufig in Privathaushalten. Laut Schätzungen beschäftigt beispielsweise im Kanton Zürich jeder 17. Haushalt eine Sans-Papiers-Hausarbeiterin. Die Frauen erledigen Reinigungsarbeiten und übernehmen Betreuungs- und Pflegeaufgaben. Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sind oft prekär. Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen leisten einen beträchtlichen Teil der Reproduktionsarbeit und ermöglichen es dadurch ihren ArbeitgeberInnen, erwerbstätig zu sein. Eine Veranstaltung der Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers soll Einblick geben in das Leben von illegalisierten Hausarbeiterinnen und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hintergründe des globalisierten Sektors Hausarbeit beleuchten. Mit Frau M., Frau E. (sie arbeiten in Privathaushalten), Frau S. (Arbeitgeberin) und Alex Knoll (Mitautor der Studie «Wisch und weg! Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen zwischen Prekarität und Selbstbestimmung».
Bern Kirchgemeindehaus Le CAP, Predigergasse 3, Mi, 22. Mai 2013, 20 Uhr. www.sans-papiers.ch/bern

Sri Lanka

Im Mai 2009 endete in Sri Lanka ein langer Bürgerkrieg. Unter ihm hat vor allem die tamilische Minderheit des Landes gelitten. Im Alltag hat sich seither einiges zum Besseren gewendet. Die Ursachen des Kriegs bestehen aber weiter, der Konflikt bleibt ungelöst. «Aufbruch in eine neue Zukunft? Alltag nach dem Bürgerkrieg» heisst die Ausstellung mit fünfzig Fotografien von Walter Keller, die nun nach der Präsentation in Bern in Luzern zu sehen ist. Keller beschäftigt sich seit dreissig Jahren mit Südasien, arbeitet in der deutsch-sri-lankischen Entwicklungszusammenarbeit und leitet ein Projekt zur Stärkung der regionalen Verwaltungen in den Nord- und Ostprovinzen Sri Lankas.
An der Ausstellungseröffnung wird Damaris Lüthi, Vorstandsmitglied des Vereins Palmyrah, anwesend sein. Palmyrah unterstützt die Ausbildung von Frauen und Kindern in den vom Bürgerkrieg gezeichneten Regionen Sri Lankas. Die Partnerinnen von Palmyrah bauen ausserdem eine professionelle psychosoziale Begleitung für Menschen in den ehemaligen Kriegsgebieten auf.
Luzern Sentitreff, Baselstrasse 21. Eröffnung: 
Do, 23. Mai 2013, 19.30 Uhr. Öffnungszeiten: Di/Do, 
10–14 Uhr. Fr, 14–16 Uhr, Sa, 9–11 Uhr, oder nach Vereinbarung: 041 240 97 38. Die Ausstellung dauert bis 4. Juli 2013.

Werkbund

Der Schweizerische Werkbund will zu einer zeitgemässen Gestaltung der Informationsgesellschaft beitragen. Nun feiert er bis zum nächsten Frühjahr mit verschiedenen Veranstaltungen sein hundertjähriges Bestehen. Ausserdem hatte er einen Wettbewerb ausgeschrieben für angehende GestalterInnen, die in WGs leben. Die Ausgangslage: Gemäss diversen Prognosen rückt das Szenario einer Zehn-Millionen-Schweiz wieder in den Bereich des Denkbaren. Diese Entwicklung wird sich auch auf die Wohnsituation von Studierenden auswirken. In den Ballungszentren, wo sich viele Ausbildungsstätten befinden, wird bezahlbarer Wohnraum voraussichtlich (noch) knapper. Die Fragestellung: Wie oder wo könnte die teilnehmende WG mit einem Raumanspruch von 50 Kubikmetern pro Person wohnen, damit die Freude am Wohnen trotz beschränkten Wohnraums erhalten bleibt und sich dabei erst noch die Miete für die einzelnen WG-Mitglieder verringert? Die Arbeiten werden nun ausgestellt.
Zürich Volkshaus, Gelber Saal, 
Stauffacherstrasse 60, Fr, 17. Mai 2013, 14–20 Uhr, 
und Sa, 18. Mai 2013, 10–18 Uhr.

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