Nr. 35/2013 vom 29.08.2013

Bolivien

Der Film «También la lluvia» («Sogar der Regen») erzählt die Geschichte des Regisseurs Sebastián, verkörpert von Gael García Bernal, und des Filmproduzenten Costa, gespielt von Luis Tosar, die in Bolivien einen Film über Christoph Kolumbus drehen wollen. Während der Dreharbeiten werden sie in die lokalen Konflikte um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung hineingezogen, die auf den tatsächlichen Ereignissen des Wasserkriegs von Cochabamba basieren. Der Wasserkrieg wurde im Jahr 2000 durch die Privatisierung der Wasserversorgung und die in der Folge stark steigenden Preise für Wasser ausgelöst. Es kam zu heftigen Protesten und einem Generalstreik. Nach Zusammenstössen der DemonstrantInnen mit der Polizei eskalierte die Gewalt. Anfang April wurde das Kriegsrecht über die Stadt verhängt, Mitte April nahm die Regierung die Privatisierung schliesslich zurück. Insgesamt starben sieben Menschen, und Hunderte wurden verletzt.
Zürich Am See bei der Roten Fabrik, Seestrasse 395, Do, 29. August 2013, ab 21.30 Uhr. 
Bei schlechtem Wetter drinnen.

Chile

Zum 40.  Jahrestag des chilenischen Militärputsches und der Ermordung des demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende am 11. September 1973 organisiert die Arbeitsgruppe Lateinamerika Basel verschiedene Veranstaltungen wie eine Plakatausstellung im Restaurant Hirscheneck, eine Mahnwache an der Schifflände sowie einen politisch-kulturellen Abend im Restaurant Zur Mägd mit Nancy Larena, Vorsitzende der Chile-Freundschafts-Gesellschaft «Salvador Allende» Berlin, chilenischen Liedern sowie Essen und Trinken.
Basel Vernissage Plakatausstellung: 
Mo, 2. September 2013, 19 Uhr, Ausstellung 
bis 20. September 2013. Mahnwache: Mi, 
11. September 2013, 11–18 Uhr. Abendveranstaltung: 
Sa, 14. September 2013, ab 19 Uhr.

Ernährung

Lange Zeit war die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln eine lokale Aufgabe. Heute spielen Raum und Zeit kaum noch eine Rolle. Die direkten Verbindungen von ProduzentInnen und KonsumentInnen wurden gekappt. Letztere wissen nicht mehr, was sie wirklich essen, und die ProduzentInnen kämpfen um ihre Existenz im globalen Markt. Wie ernähren wir in Zukunft unsere Städte? Die Diskussion darüber wird mit einer Tagung eröffnet.
Die Referate: Philipp Stierand: «Kommunale Ernährungspolitik. Ernährungsräte und Ernährungsstrategien als Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung» (9.45 Uhr). Monika Jäggi: «Städte, Nahrungsmittelpolitik und Planung am Beispiel von Toronto, Kanada» (11 Uhr). Ulrike Minkner: «Ernährungssouveränität» (12 Uhr). Rudi Berli: «Die Förderung lokaler nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe am Beispiel Genf» (13.45 Uhr). Thomas Gröbly: «Mut machen mit Nachbarschaften» (14.15 Uhr).
Anschliessend werden in Diskussionsgruppen Grundlagen zum Thema «Ernährungsstrategien» erarbeitet und im Plenum präsentiert.
Biel Wyttenbachhaus, Jakob-Rosius 1, Fr, 
20. September 2013, 9–18 Uhr. Tagungsbeitrag 
75/55 Franken (inkl. Mittagessen). Anmeldung: 
info@vision2035.ch. www.vision2035.ch

Gleichstellung

Seit dem 14. Juni 1981 ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Schweizer Bundesverfassung verankert. Seither denken viele, einen Verband für Frauenrechte brauche es nicht mehr. Doch neuste Forschungen beweisen, dass die gleiche wissenschaftliche Arbeit besser bewertet wird, wenn ein Männer- statt ein Frauenname darunter steht. Am letztjährigen Equal Pay Day wurde aufgezeigt, dass eine Frau bis zum 7. März für das Gehalt arbeiten muss, das ihr Kollege in gleicher Funktion schon Ende des Vorjahres in der Tasche hat. Und einmal mehr soll das Rentenalter für Frauen angehoben werden, obwohl weder die Lohngleichheit noch eine faire Aufteilung von Haus- und Betreuungsarbeit in Familien erreicht ist. Ursa Krattiger, Historikerin, Mutter und Journalistin, seit 2006 pensioniert, erklärt, warum sie sich erneut – wie schon als junge Frau – im Verband für Frauenrechte engagiert.
Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 2. September 2013, 19 Uhr.

Menschenrechte

Peace Watch Switzerland (PWS) und Peace Brigades International (PBI) entsenden freiwillige MenschenrechtsbeobachterInnen nach Guatemala, Südmexiko, Honduras, Kolumbien, Kenia und Palästina/Israel. An Infonachmittagen stellen sie ihre Arbeit vor, zeigen die Möglichkeiten und Grenzen von internationaler Menschenrechtsbeobachtung auf und erläutern, wie Interessierte sich in Trainings auf einen Einsatz vorbereiten können. Ehemalige Einsatzleistende berichten von ihren Erlebnissen und illustrieren, wie der Alltag im Einsatzland konkret aussehen kann.
Zürich Katholisches Hochschulzentrum, Hirschengraben 86 (oberhalb des Centrals), 
Sa, 31. August 2013, 13.30–16.30 Uhr.
Bern WWF-Bildungszentrum, Bollwerk 35, 
Sa, 7. September 2013, 13.30–16.30 Uhr.

Mexiko

Alma Rosa García Guevara setzt sich im Norden Mexikos für die Rechte von MigrantInnen ein. Diese Region ist vor allem im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg, organisiertem Verbrechen, Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden und Gewalt gegen JournalistInnen in die Schlagzeilen gekommen (vgl. «Im Reich der Narcos»). MigrantInnen aus Zentralamerika auf ihrem Weg in die Vereinigten Staaten sind in diesem gewalttätigen Kontext ohne staatlichen Schutz. García Guevara wird in Bern von ihrem Alltag erzählen.
Bern Sekretariat Amnesty International, Speichergasse 93, Di, 3. September 2013, 19 Uhr.

Sri Lanka

Im Mai 2009 endete in Sri Lanka ein langer Bürgerkrieg. Unter ihm hat vor allem die tamilische Minderheit des Landes gelitten. «Aufbruch in eine neue Zukunft? Alltag nach dem Bürgerkrieg in Sri Lanka» heisst die Wanderausstellung mit fünfzig Fotografien von Walter Keller, die nun in Biel zu sehen ist. Keller wirft ungewohnte Blicke hinter die Fassaden. Inmitten von Kriegszerstörung und Ungerechtigkeit setzt er den Alltag der Menschen und die Schönheit des Landes ins Bild. Keller beschäftigt sich seit dreissig Jahren mit Südasien, arbeitet in der deutsch-sri-lankischen Entwicklungszusammenarbeit und leitet ein Projekt zur Stärkung der regionalen Verwaltungen in den Nord- und Ostprovinzen Sri Lankas. Begleitend wird zu einem tamilischen Kulturfest eingeladen.
Biel Paulushaus, Blumenrain 25. Fest: So, 
1. September 2013, ab 14 Uhr. Gruppenführungen: 
032 322 36 91, liliane.gujer@ref-bielbienne.ch. 
Die Ausstellung dauert bis 29. September 2013.

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