Nr. 43/2013 vom 24.10.2013

Atommüll

Atommüll ist für Hunderttausende von Jahren eine Bedrohung. Die politische Strategie, mit diesem Problem umzugehen, heisst heute in allen Atomenergie produzierenden Ländern: Endlagerstandorte finden. Orte finden, wo die Gefahr für künftige Generationen bis in alle Ewigkeit gebannt ist. Ein solcher Ort kann nichts anderes als «der sicherste Ort der Erde» sein. Seit Jahrzehnten wird weltweit danach gesucht, wissenschaftlich geforscht, und immer wieder werden mögliche Standorte verworfen. Damit beschäftigt sich der Film «Die Reise zum sichersten Ort der Erde» von Edward Hagen (vgl. Interview). Er wird nun in verschiedenen Schweizer Städten gezeigt, anschliessend sind jeweils Podiumsdiskussionen mit Fachleuten vorgesehen. Zu den TeilnehmerInnen an den jeweiligen Orten siehe www.diereisezumsicherstenortdererde.ch unter «Jetzt im Kino».

Bern cineMovie, Mo, 28. Oktober 2013, 18.30 Uhr.
Basel kult.kino atelier, Di, 29. Oktober 2013, 18.30 Uhr.

Brugg Cinema Odeon, Mi, 30. Oktober 2013, 20.15 Uhr.

Zürich Kino Riffraff, So, 3. November 2013, 11.30 Uhr.

Frick Fricks Monti, Mo, 4. November 2013, 20.15 Uhr.

Aarau Kino Freier Film, Di, 5. November 2013, 20.15 Uhr.

Winterthur Kino Kiwi, Mi, 6. November 2013, 18.00 Uhr.

St. Gallen Kinok, Do, 7. November 2013, 20.15 Uhr.

Luzern Kino Bourbaki, So, 10. November 2013, 
11.15 Uhr.

Gemeindensolidarität

Die Jubiläumsfeier «20 Jahre Gemeinden Gemeinsam Bodensee/Rhein-Sombor (Serbien)»beginnt mit einer Mediaschau zu 20 Jahre Partnerschaft mit NGOs in dieser multikulturellen Stadt. Nach einem Apéro spricht um 20 Uhr Jovan Slavković,, ehemaliger demokratischer Stadtpräsident von Sombor, zu «Sombor im Strudel der Zeit». Es singt auch der Kammerchor Musica Viva aus Sombor. Mit diesem Anlass beschliesst Gemeinden Gemeinsam ihre Tätigkeit mangels Nachfolgekräften.

Romanshorn, Rorschach, Urnäsch Feier: Aula der Kantonsschule Romanshorn, Mi, 6. November 2013, 18.30 Uhr (Türöffnung 18 Uhr).
Konzerte: 3. November 2013, 17 Uhr, in der Alten Kirche Romanshorn
4. November 2013, 19.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche Rorschach
5. November 19.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche Urnäsch
www.sombor.ch/index.php?article_id=481

Geschlechterfragen

Für Mädchen die pinke Puppenstube, für Buben die blaue Autogarage – schon früh werden Kinder entsprechend der Geschlechterstereotypen geprägt. Wie lässt sich in Familie, Bildung und Gesellschaft dazu beitragen, dass Kinder sich spielend mit vielfältigen Rollen auseinandersetzen können und Jugendliche in der Berufswahl ihr individuelles Potenzial ausschöpfen? Dazu spricht Franziska Vogt von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen.

St. Gallen Hofkeller, Mi, 30. Oktober 2013, 17.30 Uhr, anschliessend Apéro. Die Veranstaltung ist kostenlos, anmelden bis 28. Oktober 2013 bei kathrin.wirz@sg.ch.

Hexen

Aberglaube war in der Bevölkerung des frühneuzeitlichen Basels allgegenwärtig, und «Hexen» mussten zum Beispiel als Schuldige für die Erkrankung von Kindern oder für den Hagelsturm herhalten. Doch es gab auch Zeitgenossen, die sich bemühten, kein Fehlurteil zu fällen und lieber einen dem Hexenwahn verfallenen Doktor der Stadt verwiesen, als die von ihm genannten Frauen zu verurteilen. Anhand von einigen Gerichtsfällen werden Merkmale der Basler Hexenverfolgung aufgezeigt. Weshalb wurde einer Frau Hexerei vorgeworfen? Wie verlief ein Prozess im 16. und 17. Jahrhundert? Was musste man in der Folterkammer erwarten? Auf einem Rundgang durch die Innenstadt wird ein dunkles Kapitel der Basler Geschichte aufgerollt.

Basel Treffpunkt beim Lohnhof, Do, 31. Oktober 2013, 14 Uhr, Dauer zirka 90 Minuten. Vorverkauf empfohlen: Buchhandlung Narrenschiff, Schmiedenhof, Basel; Buchhandlung Rapunzel, Poststrasse 2, Liestal. Kosten: 15/20 Franken. (Neu auch in englischer Sprache.)

Longo Maï

Im Rahmenprogramm der (deutsch-französischen) Ausstellung «Die Utopie der Widerspenstigen, 40 Jahre Longo Maï» gibt es einen Themenabend «Die Justiz – ein Recht für alle oder ein Privileg?». Der ehemalige Ständerat Dick Marty berichtet über die CIA-Gefängnisse und die Menschenrechtslage in Tschetschenien.
Es folgen ein Konzert mit Zigeunermusik und Liedern aus Okzitanien von Musique Simili sowie der Thementag «Die widerspenstige Saat» mit einer Vorstellung alter Getreidesorten, einem Lehrfilm zur Gewinnung von Saatgut (17 Uhr) sowie einer Diskussion über die Privatisierung des Saatguts (20 Uhr). Am Sonntag singt der Kommunechor Nachtigallen aus Deutschland zusammen mit dem Choeur des chênaies aus Frankreich sowie interessierten Menschen aus der Region Basel (info@prolongomai.ch).
Am Dienstag ist ein weiterer Themenabend vorgesehen: «Utopie». Im «Philosophicum Ackermannshof» diskutieren die Philosophen Stefan Brodbeck und Hans Saner mit dem Publikum darüber, ob Utopien eine Laune oder eine Notwendigkeit sind. An der Finissage gibt es einen Apéro mit Kulturprogramm und Kurzreden.

Basel Ackermannshof, St.-Johanns-Vorstadt. Themenabend 1: Do, 24. Oktober 2013, 20 Uhr. Musique Simili: Fr, 25. Oktober 2013, 20 Uhr. Thementag: Sa, 26. Oktober 2013, 17/20 Uhr. «Nachtigallen»: So, 27. Oktober 2013, 12 Uhr. Themenabend 2: Di, 29. Oktober 2013, 19 Uhr. Finissage: Sa, 2. November 2013, 17 Uhr. Nachmittagsgespräche täglich 14–17 Uhr mit Longo-Maï-VertreterInnen. Die Ausstellung wird später an weiteren Schweizer Orten gezeigt. 
www.prolongomai.ch

Migration

Zugunsten der Freiplatzaktion Zürich und Augenauf Zürich findet ein Solidaritäts-Essen statt. Die beiden Organisationen setzen sich für Flüchtlinge und MigrantInnen ein und werden ausschliesslich durch private Spenden finanziert. Serviert wird ein herzhafter Viergänger mit selbstgemachten Köstlichkeiten aus Italien und der Schweiz.

Zürich Lunch 5, Förrlibuckstrasse 62, Sa, 9. November, 19 Uhr Apéro, 20 Uhr Essen. Kosten: Normalverdienende 100 Franken, Wenigverdienende 60 Franken. Anmeldung: info@freiplatzaktion.ch.

MuslimInnen

In der Wanderausstellung «… denn die Menschen sind alle Geschwister» geben zwanzig Musliminnen und Muslime aus dem Kanton Bern Einblick in ihren Alltag und sprechen über ihre Sorgen, Hoffnungen und ihren Glauben. Die Porträtierten machen sichtbar, wie vielfältig der Islam in der Schweiz gelebt wird. Die Begleitveranstaltungen: Im Kirchgemeindehaus ist ein Gesprächsabend mit MuslimInnen zur Ausstellung und zu ihrer Situation (5. November, 20 Uhr), und in der Bibliothek erzählt ein Muslim von der arabischen Schrift und von seinem Alltag (7. November, 20 Uhr).

Ringgenberg Reformierte Kirchgemeinde Paulus, So, 3. November, bis Fr, 8. November 2013. Geöffnet täglich ausser Donnerstagnachmittag 9–17 Uhr.

Nahrungsmittel

Woher stammen unsere Nahrungsmittel? Wie werden sie produziert? Unsere Kaufentscheide haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit, beeinflussen aber auch die Umwelt und das Leben anderer Menschen. Helvetas zeigt nun die neue Wanderausstellung «Wir essen die Welt» über Genuss, Geschäft und Globalisierung.

Aarau Naturama Aargau, Feerstrasse 17, 
bis 9. Februar 2014. Anschliessend in weiteren Schweizer Städten.

Palästina/Israel

Die palästinensische Menschenrechts- und Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser stellt ihr neues Buch «Im Schatten des Feigenbaums» vor. Sie beschreibt darin, wie aggressiv israelische SiedlerInnen die palästinensische Bevölkerung drangsalieren, Olivenhaine und Felder zerstören, Ländereien und Wasserquellen rauben – alles unter dem Schutz der israelischen Armee.

Spiez Reformierte Kirchgemeinde, 
Kirchgasse 5, Do, 7. November 2013, 19.30 Uhr.

Zürich Reformierte Kirche Höngg, Am Wettingertobel 40, Fr, 8. November 2013, 19.30 Uhr.
Worb Kirchgemeindehaus, Bühliweg, 
Mo, 18. November 2013, 20 Uhr.
Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 
Di, 19. November 2013, 19.30 Uhr.

Die Islamwissenschaftlerin und Nahostexpertin Petra Wild präsentiert ihr Buch «Apartheid und ethnische Säuberung in Palästina. Der zionistische Siedlerkolonialismus in Wort und Tat». Wild ist die erste Autorin im deutschen Raum, die den Begriff des Siedlerkolonialismus aufgreift. Sie wird in ihrem Vortrag in den Begriff einführen und zeigen, wie sich Siedlerkolonialismus konkret in Jerusalem auswirkt.

Zürich Quartierzentrum Aussersihl, 
Bäckeranlage, Hohlstrasse 67, So, 27. Oktober 2013, 
18 Uhr (palästinensisches Essen ab 17 Uhr).
Bern Brasserie Lorraine, Quartiergasse 17, 
Mo, 28. Oktober 2013, 19 Uhr (palästinensisches 
Essen ab 18 Uhr).
Basel Gewerkschaftshaus, Rebgasse 1, 
Claraplatz, Di, 29. Oktober 2013, 19.30 Uhr.

Sans-Papiers

Frauen ohne Aufenthaltsbewilligung arbeiten häufig in Privathaushalten. Sie erledigen Reinigungsarbeiten und übernehmen Betreuungs- und Pflegeaufgaben. Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sind oft prekär. Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen leisten einen beträchtlichen Teil der Reproduktionsarbeit und ermöglichen es dadurch ihren ArbeitgeberInnen, erwerbstätig zu sein. Der Film «Mama illegal» gibt Einblicke in das schwierige Leben von drei Müttern aus Moldawien, die die bittere Armut verlassen um illegal in Österreich und Italien als Putzfrauen zu arbeiten.

Basel Neues Kino, Klybeckstrasse 247, Fr, 1. November 2013, 21 Uhr.

Serialität

Serien nehmen kein Ende. Sie sind längst in allen Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur angekommen: Autos werden seriell produziert, Radio und Fernsehen sind von seriellen Formaten überschwemmt und die Kunst hat ihren seriellen Charakter immer schon thematisiert und hinterfragt. Selbst Verbrechen werden in Serie begangen. Die Tagung «Es nimmt kein Ende» soll das Phänomen der Serie aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, um dieser Logik der Serialität in ihren unterschiedlichen Varianten auf die Spur zu kommen: von der Kunst über die Kriminologie, Musik und Populärkultur bis hin zur industriellen Serienproduktion.

Zürich Kunstraum Walcheturm, Fr, 8. November, 14.30–19.30 Uhr, Sa, 9. November, 10–18.30 Uhr. Kosten: 40–150 Franken. Infos und Anmeldung (möglichst schnell): http://tinyurl.com/noekrae.

Sophie Scholl

Die Kirchgemeinde Bern-Johannes organisiert eine Veranstaltungsreihe im Gedenken an Sophie Scholl, die vor siebzig Jahren mit ihrem Bruder Hans von den Nationalsozialisten wegen Druck und Vertrieb von regimekritischen Flugblättern ermordet wurde, und zeigt eine Ausstellung über die Widerstandsgruppe Weisse Rose. In der Ausstellung wird eine originale Roto-Preziosa präsentiert. Es ist dasselbe Modell wie der Vervielfältigungsapparat, mit dem die Mitglieder der Weissen Rose ihre Flugblätter druckten. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe stehen Aufführungen des Mundartstücks «Allen Gewalten zum Trotz» des Theaterensembles Johannes. Es spannt einen weiten Bogen von Sophies anfänglicher Begeisterung im nationalsozialistischen Bund Deutscher Mädel bis hin zu ihrem Engagement in der Weissen Rose.

Bern Kirchgemeindehaus Johannes, Wylerstrasse 5. Führungen für Gruppen nach Vereinbarung: 30 Minuten (ohne Flugblattdruck) 50 Franken, 60 Minuten 100 Franken. Die Ausstellung läuft bis 10. November 2013. Detailinfos und Theaterreservation unter www.theaterensemble.ch (schnelle Reservation empfohlen). Aufführungsdaten: Fr, 1. November 2013, 19 Uhr, Sa, 2. November 2013, 19 Uhr, So, 3. November 2013, 17 Uhr, Fr, 8. November 2013, 19 Uhr, So, 10. November 2013, 17 Uhr.

Südliches Afrika

Im Zentrum der Tagung «Landkonflikte im Südlichen Afrika» stehen die Zeugnisse direkt beteiligter AktivistInnen aus Simbabwe (Landgrabbing durch eine Ethanolfabrik) und Südafrika (Gemeinschaften von LandarbeiterInnen). Weiteres zu Fragen von Landreform und Nutzungsrechten wird von Forschenden aus der Region vermittelt. Ziel der Tagung ist, im Dialog mit Betroffenen, Involvierten und Forschenden die Frage einer nachhaltigen Landreform neu zu stellen; eine Debatte, die im abschliessenden Podiumsgespräch fortgeführt wird.

Basel Basler Afrika Bibliographien, Klosterberg 23, Fr, 15. November 2013, 18.15 Uhr, anschliessend 
Apéro, Sa, 16. November 2013, ab 9 Uhr, ganztägig. Kosten: 25/50 Franken. Kontakt und Anmeldung (bis 31. Oktober 2013): zasb@unibas.ch, Telefon 
061 267 3482 oder Zentrum für Afrikastudien, Petersgraben 11, 4051 Basel. Konferenzsprache ist Englisch (ohne Übersetzung). Diskussionsbeiträge in deutscher oder französischer Sprache sind möglich.

Zürich

Investoren bauen Eigentumswohnungen und hochpreisige Bürokomplexe, Hauseigentümerinnen werten ihre Liegenschaften auf, Stadtverwaltung und Polizei hübschen den öffentlichen Raum für potente SteuerzahlerInnen auf. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Wem gehört Zürich?» wird zu einer Demonstration aufgerufen (vgl. dazu den Text auf Seite 5). Die Forderungen: bezahlbarer Wohnraum für alle, wirksamer MieterInnenschutz, bezahlbarer Raum für Gewerbe und Kultur, Freiräume und Selbstverwaltung. Ausserdem wird eine Trouvaille aus dem Sozialarchiv gezeigt, ein Dokumentarfilm von 1928 über die Genossenschaftsbewegung.

Zürich Demo ab Gemüsebrücke, Sa, 26. Oktober 2013, 14 Uhr. Film: Provisorium Neubau Kalkbreite, 
Di, 29. Oktober 2013, 20 Uhr.

Schweiz – China

Das Bundesrats-Geklapper beim Freihandelsabkommen mit China:
www.solidar.ch/china

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