Nr. 26/2014 vom 26.06.2014

Dreissig Jahre ProWOZ!

Anfang dieser Woche jährte sich zum 30. Mal die Gründung unseres Fördervereins ProWOZ. Denn es war am 23. Juni 1984, als sich 24 WOZ-LeserInnen zusammensetzten, um das damals finanziell schwer angeschlagene Zeitungsprojekt WOZ zu retten. Sie entwickelten ein Konzept, das sich als überaus tragfähig erwies: Wer eine dezidiert linke Zeitung in der Schweiz für politisch notwendig erachtet, zahlt den doppelten Abopreis. Der Fördergedanke war so überzeugend, dass ihn mittlerweile viele linke Publikationen übernommen haben.

Ohne den ProWOZ (er hat inzwischen rund 850 Mitglieder) hätten wir – das genossenschaftlich organisierte, cheflose WOZ-Kollektiv mit seinem Einheitslohn – nicht überlebt. Dank der Solidarität seiner Mitglieder bewältigten wir die Krise 1984. Dank ihm kamen wir durch viele Tiefs und Flauten – und konnten sogar das Finanzdebakel 2004 meistern. Ohne dieses Engagement gäbe es uns schon lange nicht mehr. Als kleines Dankeschön haben wir Anfang Juni einen Kolumnenabend veranstaltet; der Einladung folgten erfreulicherweise rund neunzig ProWOZ-GönnerInnen.

Wie der ProWOZ entstand, welche Hürden vor dreissig Jahren zu überwinden waren, welchen Beitrag unser Förderverein wann warum leistete und was daraus entstand – all das werden wir im Herbst in einer WOZ-Sonderbeilage darlegen. Denn im Frühjahr 2015 feiert auch der über Spenden finanzierte und vom ProWOZ verwaltete Recherchierfonds den 30. Geburtstag.

Und noch eine Information: Nach jahrelangem Einsatz verabschiedeten sich Mitte Juni Beate Becker und Sina Bühler aus dem ProWOZ-Vorstand. Zu ihren NachfolgerInnen hat die Generalversammlung einstimmig Sara Vogt und Mischa von Arb gewählt.

WOZ macht mobil

Die WOZ auf dem Smartphone oder einem Tablet-Computer zu lesen, war bis anhin kein einfaches Unterfangen – es brauchte viel Geduld für das Navigieren auf der Seite. Jetzt aber hat die Taskforce für digitale Weiterentwicklung der WOZ die Optimierung für mobile Geräte abgeschlossen. Die NutzerInnen diverser Taschencomputer dürfen sich daher freuen: Versuchen Sie es gleich selbst unter www.woz.ch!

Ruth-Weiss-Toncollage

Die 1924 in Fürth bei Nürnberg geborene Journalistin und Schriftstellerin Ruth Weiss lebte bis 1966 in Südafrika (wo sie gegen das Apartheidregime kämpfte) und berichtete danach aus dem damaligen Rhodesien (später Simbabwe) über den Unabhängigkeitskampf der schwarzen Bevölkerung. 1968 musste sie ausreisen; fast zur gleichen Zeit entzog ihr die südafrikanische Regierung den Pass. Bis 1970 arbeitete Weiss beim britischen «Guardian», danach in Sambia als Wirtschaftsredaktorin bei der «Times of Zambia» und als Korrespondentin für die «Financial Times». Von 1975 bis 1978 lebte sie in Deutschland, anschliessend arbeitete sie als Journalistin in Simbabwe. Heute lebt Weiss, die immer wieder auch für die WOZ schreibt, in Deutschland.

Während ihrer Arbeit hat Weiss ein immenses Tonarchiv aus Interviews, Pressekonferenzen und Konzertmitschnitten angelegt. Das Dokumentationszentrum Basler Afrika-Bibliographien hat daraus eine Klanginstallation erstellt, die, «zur Reflexion über die zeitlose Bedeutung politischer und moralischer Themen im Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit in Afrika anregt». Die Installation ist Zentrum der Ruth-Weiss-Ausstellung «My very first question to you», deren Vernissage am Freitag, 27. Juni, um 18.30 Uhr stattfindet. (vgl. Politour der aktuellen Ausgabe).

www.baslerafrika.ch

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