Politour :

Nr. 16 -

Baden

Prognosen künden für Baden bis 2035 einen Bevölkerungszuwachs um ein Viertel an. Wo sollen diese Menschen hin? Wer steuert, plant und baut Baden? Diesen Fragen widmen sich noch zwei Podien im Rahmen der Reihe «Was heisst schon urban». Im nächsten geht es um Lebensqualität in Städten. Es diskutieren die Autorin Sibylle Ciarloni, Robert Sailer von der Citycom «Badens Betriebe beleben Baden», der Wirtschafts- und Sozialgeograf Philipp Klaus, Thomas Lütolf von Standortmarketing Baden und die Stadtsoziologin Vesna Tomse. Am Ende zieht die Wortakrobatin Patti Basler ein Resümee.

Baden Kulturbühne Royal, Bahnhofstrasse 39, 
Do, 16. April 2015, 19.30 Uhr.

Freihandelsabkommen

Am kommenden Samstag gehen in vielen europäischen Staaten und in den USA zahllose Organisationen gegen die geplanten Freihandelsabkommen (siehe WOZ Nr. 15/2015 ) auf die Strasse. Am Bodensee werden zum Beispiel das Konstanzer Bündnis gegen TTIP, Ceta und Tisa, die Grünen, Die Linke sowie der Bund Umwelt und Naturschutz (Bund) Infostände aufbauen. Geplant sind auch Flashmobs, Vorführungen einer Drumband und der Auftritt eines Glarner Alphornbläsers.

Konstanz Obermarkt, Sa, 18. April 2015, ab 11 Uhr.

Fremdplatzierungen

Zurück auf ein hässliches Kapitel Schweizer Geschichte blendet die Galerieausstellung «Auf der Suche nach der eigenen Geschichte – Fremdplatzierungen in der Stadt Bern 1920–1960». Die vom Stadtarchiv Bern in Zusammenarbeit mit dem Kornhausforum realisierte Ausstellung geht sehr direkt ein auf die aktuelle Aufarbeitung der Geschichte der Betroffenen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen: Sie dokumentiert zwei von rund 30 000 Dossiers aus der ehemaligen Vormundschaftsverwaltung und Fürsorgedirektion der Stadt Bern, die sich im Stadtarchiv befinden.

Bern Kornhausforum, Kornhausplatz 18. Ausstellung bis 25. April 2015.

Geschlechterfragen

Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Frauen in Liechtenstein den Männern in vielerlei Hinsicht nicht gleichgestellt. Bis 1974 verloren Liechtensteinerinnen beispielsweise bei der Heirat mit einem Ausländer automatisch ihr Bürgerrecht. Und Liechtenstein hat das Frauenstimmrecht erst 1984 eingeführt, Mädchen durften erst ab 1968 das Gymnasium besuchen. Die Ausstellung «Vom Fräulein zur Frau – Emanzipation in Liechtenstein» erzählt die Geschichte weiblicher Emanzipation in Liechtenstein seit den 1940er Jahren. Eine eigens für Kinder und Familien konzipierte Kinderebene ermöglicht ein aktives Entdecken einiger Ausstellungsschwerpunkte.

Vaduz Liechtensteinisches Landesmuseum, 
Städtle 43. Führung: 26. April 2015, 11 Uhr. Ausstellung bis 1. November 2015.

Globalisierung

Saskia Sassen, Soziologieprofessorin an der Columbia University, wird den öffentlichen Vortrag «Expulsions: Beyond the Language of Inequality» halten. Sassen ist bekannte Expertin für Fragen der Migration und Globalisierung. Im Zentrum ihrer Forschung steht die globalisierte Stadt – der Ort, an dem soziale, politische und wirtschaftliche Prozesse aufeinandertreffen. In ihrem Vortrag über ökonomisch oder umweltbedingte Migration wird sie einen Blick auf die Ränder dieser Systeme werfen.

Fribourg Universität, Miséricorde, Avenue de l’Europe 20, Mi, 22. April 2015, 18.15 Uhr.

Homophobie

Homophobie reicht vom systematischen Verschweigen von Homosexualität bis hin zu körperlichen Angriffen und diskriminierender Gesetzgebung. Jürg Bläuer von der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St. Gallen / Appenzell bringt hierzu einen Input, und Tobias Mäder von Queeramnesty berichtet über die Arbeit mit homosexuellen Asylsuchenden in der Schweiz.

St. Gallen CaBi Antirassismus-Treffpunkt, Linsebühlstrasse 47, Fr, 17. April 2015, 20.30 Uhr, 
Essen ab 19 Uhr.

Migration

Der Dokumentarfilm «Der Imker» von Mano Khalil erzählt die Geschichte des kurdischen Bienenzüchters Ibrahim Gezer, der in den Wirren des türkisch-kurdischen Kriegs alles verliert, Frau und Kinder, seine Heimat und mit seinen über 500 Bienenvölkern auch die Lebensgrundlage. Er flüchtet in die Schweiz. Der Film zeichnet ein Bild der heutigen Schweiz im Spannungsfeld zwischen menschlichen Begegnungen und politischer Meinungsmache.

Zürich Theologische Fakultät, Raum 200, Kirchgasse 1, Di, 21. April 2015, 18.15 Uhr. 
Anschliessend Gespräch mit dem Regisseur.

Rohstoffe

Wie leben Gemeinschaften in unmittelbarer Nähe einer Kohlemine des Schweizer Rohstoffgiganten Glencore? Wie steht es dort um die Menschenrechte? Die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien (ask!) und die kolumbianische NGO Pensamiento y Acción Social (PAS) stellen ihren Schattenbericht zu Glencores Nachhaltigkeitsberichten vor. Ihre Gäste: Diana Fonseca (Führungsperson der Gemeinschaft El Hatillo), Rafael Figueroa (Anwalt mit Spezialisierung auf Landrechte bei PAS) und Gloria Holguín (Expertin in Entwicklungspolitik). Zusätzlich in Bern: Claude Wild (Chef Abteilung Menschliche Sicherheit, EDA) und Michael Fahrbach (Nachhaltigkeitsmanager Glencore – angefragt).

Bern Käfigturm, Marktgasse 67, Mo, 20. April 2015, 
19 Uhr.

Obfelden Singsaal Chilefeld, Mi, 6. Mai 2015, 19.30 Uhr.

Basel Pfarrei St. Clara, Lindenberg 8, Do, 7. Mai 2015, 
19 Uhr.

In Lausanne findet wieder ein Rohstoffgipfel statt, und wie auch letztes Jahr ruft ein breit abgestütztes Kollektiv zu einer Demonstration mit musikalischem Getöse auf. Vorgängig gibt es ein internationales Forum mit Vorträgen, Workshops, Essen und Konzert.

Lausanne Forum (in französischer Sprache): Maison de quartier Sous-Gare, Avenue Edouard-Dapples 50. Sa, 18. April 2015, 13.30–23.30 Uhr. 
Demo: Place Chauderon, Di, 21. April 2015, ab 17.30 Uhr, mit Zwischenhalt um 18.30 Uhr beim Bahnhof.

Sozialwerke

Aufgaben der Arbeitsintegration gibt es sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Sozialhilfe und in der Invalidenversicherung. Der Basler SP-Grossrat Jürg Meyer hält den Vortrag «Arbeitsintegration: Vom Zwang zum selbstbestimmten Leben».

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 20. April 2015, 19 Uhr.

Syrien

Der Film «Selbstporträt Syrien» des Exilsyrers Usama Muhammad ist eine Kombination aus Bildmaterial, das während der Belagerung von Homs von einer Lehrerin aufgenommen wurde, und von Syrern gemachten Handyfilmen, die der Regisseur auf Youtube fand. Ausländische JournalistInnen hatten nach Anbruch des Arabischen Frühlings Anfang 2011 keinen Zugang zum Land, und ihre syrischen KollegInnen wurden zensuriert. Nach der Vorführung wird ein Gespräch mit WOZ-Korrespondent Andreas Zumach geführt.

Brugg Kino Odeon, Bahnhofplatz 11, Mi, 22. April 2015, 18 Uhr.

Uno

So wichtig die Rolle der Uno bei der humanitären Nothilfe auch ist: Müsste sie nicht entschieden und vor allem präventiv für den Schutz der Menschenrechte eintreten? Wo ist sie, wenn schwere Menschenrechtsverletzungen begangen werden? Der Uno-Experte und WOZ-Korrespondent Andreas Zumach stellt sein Buch «Globales Chaos – machtlose UNO» vor (siehe auch den Vorabdruck in WOZ Nr. 11/2015 ).

Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 
Mo, 20. April 2015, 19.30 Uhr.