Nr. 17/2015 vom 23.04.2015

Apartheid / Südafrika / Israel

Der Südafrikaner Na’eem Jeenah, Direktor des Forschungsinstituts Afro-Middle East Centre in Johannesburg, wird in Referaten unter anderem auf folgende Fragen eingehen: Auf welche Denkmuster stützt sich die israelische Gesellschaft? Was braucht es, um das ethnokratische Selbstverständnis aufzubrechen und diskriminierende Gesetze und Praktiken zu überwinden? Zweimal wird auch «Roadmap to Apartheid» gezeigt, ein Film, in dem Parallelen und Unterschiede zwischen der südafrikanischen Apartheid bis in die neunziger Jahre und der aktuellen Situation der PalästinenserInnen heute gesucht werden.

Zürich Café Palestine, Quartierzentrum Aussersihl/ Bäckeranlage, Hohlstrasse 67, So, 26. April 2015, 18 Uhr, (palästinensisches Essen ab 17 Uhr).

Basel Unternehmen Mitte, Gerbergasse 30,
 Mi, 29. April 2015, 19.30 Uhr, 17.30 Uhr Film «Roadmap to Apartheid».

Zürich Kasernenareal, Zeughaus 5, Fr, 1. Mai 2015, 16 Uhr.

Zürich Kasernenareal, Zeughaus 5, Sa, 2. Mai 2015, 20 Uhr: «Roadmap to Apartheid», mit Einführung von Na’eem Jeenah.

«Life in Progress» (siehe WOZ Nr. 11/2015) erzählt von drei schwarzen Jugendlichen, die zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid in einem der grössten Townships Südafrikas erwachsen werden. Täglich sind sie mit der Erbschaft des Unrechtsregimes konfrontiert. Nach der Vorführung spricht Regisseurin Irene Loebell mit Noor Nieftagodien (Historiker an der Wits University, Johannesburg) und Jasper Walgrave (ehemaliger Leiter Pro-Helvetia-Aussenstelle Südafrika).

Zürich Riffraff, Neugasse 57–63, Sa, 25. April 2015, 11 Uhr.

Der Pfarrer und Journalist Theo Buss berichtet über den Literaturtheoretiker und Philosophen Edward Said (1935–2003). Said war eine palästinensische Leitfigur und Mitglied des Palästinensischen Nationalrats, den er 1991 aus Protest gegen die Osloer Friedensabkommen verliess.

Bern Brasserie Lorraine, Quartierstrasse 17, Mo, 27. April 2015, 19 Uhr, palästinensisches Essen ab 18 Uhr.

Asyl

Eine Gruppe Flüchtlinge setzt sich mit dem Begriff «Gedächtnis» in Bezug auf die Asylpolitik in der Schweiz auseinander und hat dabei das Ziel, ein Ausstellungsdisplay zu erarbeiten. Neben der Zwischenpräsentation der ersten Gedächtniskarte für das Display, die sich mit der Rolle der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs befasst, zeigt die Gruppe den Film «Rubén. Fragmente aus dem Exil». In dessen Zentrum steht der Argentinier Rubén, der seit über zwanzig Jahren Herbarien in Zürichs botanischem Garten erfasst, eine Arbeit, die seiner inneren Rastlosigkeit etwas Ruhe gibt. Nicht vergessen jedoch ist die Zeit in den Foltergefängnissen der Militärdiktatur: Genauso wenig, wie man sich an die Folter gewöhne, könne man sich von ihr lösen, sagt er.

Zürich Shedhalle, Seestrasse 395, Do, 30. April 2015, 19 Uhr.

Bildung

Laut UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind das Recht auf Bildung ohne jede Diskriminierung. Allerdings lassen sich sozial bedingte Bildungsungleichheiten feststellen. Kinder aus höher gebildeten Familien erbringen tendenziell bessere Leistungen als jene aus bildungsbenachteiligten Familien, auch bei ähnlichen Fähigkeiten und vergleichbarer Leistungsbereitschaft. Kaspar Burger vom Interfakultären Zentrum für Kinderrechtsstudien der Universität Genf hält einen Vortrag zur Frage, ob die Bildungspolitik diese Ungleichheiten reduzieren könnte.

Fribourg Bd. de Pérolles 90, Universität, Standort PER 21, Raum C230, Di, 28. April 2015, 17.15 Uhr.

Frauen 1914–1918

Der Verein Frauenstadtrundgang Zürich lädt ein zum Rundgang «Die Mobilisierung der Frauen 1914–1918. Von Krieg, Brot und Klassenkampf». Berichtet wird über Frauen, die Lebensmittel an die Armen verteilten, Heimarbeitsaufträge für erwerbslose Frauen beschafften und mit Suppenküchen, Soldatenstuben und Wäschereien halfen. Als Künstlerinnen kämpften sie für den Frieden und gingen auch auf politischem Weg gegen Teuerung, Verelendung, Arbeitslosigkeit und Massenarmut vor.

Zürich Treffpunkt: vor dem Opernhaus, 
Sa, 25. April 2015, 16.15 Uhr.

Häusliche Gewalt

Die interaktive Wanderausstellung «Willkommen zu Hause» beschäftigt sich mit dem Thema «Gewalt in der Familie» und informiert über deren Ursachen, Risikofaktoren sowie die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Sie gastiert nun in Solothurn.

Solothurn Haus am Land (Jugendherberge), Landhausquai 23, Ausstellung 28. April bis 4. Mai 2015.

Tunesien

Zwei Autoren, Baghdadi Aoun aus Tunesien und der Schweizer Roland Merz, schreiben nach dem Arabischen Frühling gemeinsam je in ihrem Land an einem Stück. Der eine ist Schweizer, der andere Tunesier. Das Stück «So viel Meer zwischen uns» wird vom Theater Maralam uraufgeführt.

Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, 
Do–So, 23.–26. April 2015, Do–So, 30. April bis 3. Mai 2015, jeweils 20 Uhr, sonntags 18.30 Uhr.

Am 14. Januar 2011 verliess der tunesische Diktator Ben Ali sein Land. In der Veranstaltungsreihe «Da, Hier, Dort» mit dem tunesischen Parlamentarier Mongi Rahoui und der Politikerin Salma Baccar, ehemaliges Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung, soll Tunesiens jüngste Geschichte nachgezeichnet werden.

Fast alle bekannten tunesischen FilmemacherInnen waren einmal Mitglied in der Fédération Tunisienne des Cinéastes Amateurs (FTCA), der Vereinigung tunesischer AmateurfilmerInnen. Ein Kurzfilmprogramm gibt Einblick in das filmische Schaffen innerhalb der FTCA. Der Theater- und Kulturschaffende Baghdadi Aoun führt in das Programm ein.

Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395. Gespräch: 
So, 26. April 2015, 15 Uhr. Filme: Mi, 29. April 2015, 20 Uhr. Einführung französisch, Filme französisch oder englisch untertitelt.

Überwachung

«Überwachungsstaat reloaded»: Wo steht die Schweiz nach Edward Snowden und den Anschlägen in Paris? Catherine Weber, Geschäftsführerin grundrechte.ch, spricht zum Stand des Nachrichtendienstgesetzes. Dazu werden Filmsequenzen aus «Heimelig und heimlichfeiss. 20 Jahre Protest gegen den Schnüffelstaat» gezeigt.

St. Gallen Frauenarchiv, Florastrasse 6, 
Do, 30. April 2015, 19.30 Uhr.

Velos

Das Café Décroissance besucht das Projekt «Velafrica» im Fahrradladen Drahtesel. Velafrica ist ein Integrationsprojekt für Erwerbslose und Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Sie sammeln jährlich 15 000 alte Velos, flicken diese und verschiffen sie nach Afrika. Dort erleichtern die Velos Menschen den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und eröffnen ihnen wirtschaftliche Chancen. Zudem werden MechanikerInnen ausgebildet und Arbeitsplätze geschaffen. Im ersten Teil des Décroissance-Anlasses wird das Projekt vorgestellt, im zweiten kann – wer will – mithelfen, Fahrräder zu flicken.

Liebefeld Fahrradladen Drahtesel, 
Waldeggstrasse 27, Sa, 25. April 2015. 
Teil 1: 13.30–14.30 Uhr, Teil 2: 14.30–17.30 Uhr.

Wachstum

Mehr Wachstum wird in Zeiten von Wirtschafts-, Umwelt- und Finanzkrisen gefordert. Doch wie zeitgemäss ist das angesichts der Knappheit von Ressourcen? Das Brugger Kino Odeon zeigt zum Thema den Film «Sacrée Croissance!». Begleitend gibt es ein Gespräch mit der Ökonomin Irmi Seidl (Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Dozentin Uni Zürich und ETH Zürich, Koherausgeberin des Buchs «Postwachstumsgesellschaft»).

Brugg Odeon, Kulturhaus beim Bahnhof, 
Mi, 29. April 2015, 18 Uhr.

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