Was weiter geschah : Durchgangsplatz in Zürich

Nr. 28 -

Im Kampf um mehr Durchgangs- und Standplätze für Fahrende bewegt sich etwas. Zu verdanken ist das vor allem der Bewegung Schweizer Reisende, die im März 2014 von Fahrenden gegründet wurde. Erstmals auf den chronischen Mangel an Durchgangsplätzen für die über dreitausend Fahrenden in der Schweiz aufmerksam machte die Bewegung im April vor einem Jahr mit der Besetzung der Berner Allmend.

Eine zweite Besetzung begann diesen Mai auf dem Areal des ehemaligen Hardturm-Fussballstadions in Zürich. Damit lenken die rund dreissig jenischen Familien den Blick auf die prekäre Situation im Kanton Zürich – insbesondere in der Stadt. Wenige Tage bevor der Circus Royal auf das Gelände zieht, hat nun der zuständige Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) bekannt gegeben, dass nördlich des Altstettener Bahnhofs auf einer der wenigen städtischen Landreserven ein provisorischer Durchgangsplatz bis 2017 gefunden worden ist. Stadt und VertreterInnen der Fahrenden haben dieser Tage eine Nutzungsordnung unterschrieben.

Nun hoffen die Fahrenden, dass der Kanton bis 2017 einen langfristigen Durchgangsplatz in der Stadt bereitstellt. Der Kampf geht weiter: Landesweit stehen den Fahrenden derzeit gerade mal elf Stand- und siebzehn Durchgangsplätze zur Verfügung. Laut der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende wären mindestens vierzig Stand- und achtzig Durchgangsplätze notwendig.

Nachtrag zum Artikel «Fahrende: 
‹Jetzt geht es darum, unsere Rechte 
einzufordern›» in WOZ Nr. 22/15.