Nr. 29/2015 vom 16.07.2015

Unzufriedene Flight Attendants

Von Jan JirátMail an Autor:in

Falls Sie dieser Tage in einer Maschine der Swiss in die Ferien düsen, könnte es sein, dass Sie die eine oder der andere Flight Attendant um Trinkgeld bittet. Dazu jedenfalls sah sich gemäss «20 Minuten» letzte Woche ein Maître de Cabine nach einem Flug von Malaga nach Zürich veranlasst. Immerhin, so der Flugbegleiter, seien ganze 33 Franken spendiert worden.

Mit der Aktion machte er auf den Kampf des Kabinenpersonals für bessere Arbeitsbedingungen aufmerksam. Vor einem Jahr lehnten die Flight Attendants einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ab, den ihr Personalverband Kapers mit der Swiss-Konzernleitung ausgehandelt hatte. Seit Mai 2015 ist nun ein neuer GAV in Kraft. «Angesichts des drohenden vertragslosen Zustands haben sich viele unserer Mitglieder für die Sicherheit entschieden, die ein neuer GAV bietet», sagt Harry Kreienbühl, Vizepräsident der Kapers. Immerhin erhalte das Personal neu einen halben dreizehnten Monatslohn. Dass die Spesenvergütung um 25 Prozent gesenkt wurde, sei allerdings eine «bittere Pille».

Die Trinkgeldaktion zeigt, dass offenbar längst nicht alle Flight Attendants mit dem neuen GAV zufrieden sind. NeueinsteigerInnen müssen etwa eine weit schlechtere Lohnentwicklung als bisher in Kauf nehmen.

Letztes Jahr erwirtschaftete die Lufthansa-Tochter einen satten Gewinn von 347 Millionen Franken – fast ein Drittel mehr als 2013.

Nachtrag zum Artikel «Swiss: Der Aufstand der Flight Attendants» in WOZ Nr. 15/14.

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